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Graue Eichhörnchen als Schulspeise?

Freitag, 24. März 2006 / 07:52 Uhr

London - Ein ungewöhnlich radikaler Vorschlag zum Artenschutz hat das britische Oberhaus beschäftigt.

Das amerikanische Grauhörnchen bedroht das einheimische rote Eichhörnchen.

Graue Eichhörnchen sollen nach einem Vorschlag von Lord Richard Inglewood auf die Speisekarte gesetzt werden, damit sich die bedrohten roten Eichhörnchen besser entfalten können. «Ich muss gestehen, dass ich bis jetzt noch kein graues Eichhörnchen gegessen habe ... aber ich bin bereit damit anzufangen», sagte Lord Inglewood. Zugleich forderte er hochrangige Vertreter des Landwirtschaftsministeriums auf, mit ihrer Teilnahme an dem ungewöhnlichen Mahl den guten Zweck zu unterstützen.

Zwischen dem Verzehr von Eichhörnchen und den anderen «rundum liebenswerten» Tieren, die auf dem Teller landeten, gebe es schliesslich keinen grossen Unterschied.

Inglewood brachte auch ins Gespräch, dass Star-Köche wie der beliebte Fernsehkoch Jamie Oliver die grauen Nager als Schulspeise zubereiten sollten.

«Import» aus den USA

Das graue Eichhörnchen wurde im späten 19. Jahrhundert aus den USA auf den britischen Inseln eingeführt und verdrängte seitdem das einheimische rote Eichhörnchen in vielen Teilen des Landes. Die graue Variante ist stärker und anpassungsfähiger und überträgt zudem ein für rote Eichhörnchen tödliches Virus.

Nach Schätzungen gibt es in Grossbritannien mittlerweile rund zwei Millionen graue, aber nur noch 200 000 rote Eichhörnchen. Auch in anderen Ländern Europas, so der Schweiz, wird das rote vom grauen Eichhörnchen immer stärker in seiner Existenz bedroht.

(fest/sda)


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