Abbas mit Hamas-Chef zusammengekommen Sonntag, 21. Januar 2007 / 19:35 Uhr aktualisiert: 22:58 Uhr
Damaskus - Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und der Chef der radikalislamischen Hamas, Chaled Meschaal, haben bei ihrem Gespräch in Damaskus keinen Durchbruch erzielt.
 Mahmud Abbas hofft auf eine Beteiligung an der Hamas-Regierung.
Sie hätten zwar Fortschritte gemacht, aber keine Einigung über die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit erreicht, sagten die beiden am Abend nach ihrer Zusammenkunft in der syrischen Hauptstadt.
Die Gespräche würden aber «in naher Zukunft» fortgesetzt, betonte Abbas. Der Präsident bemüht sich seit Monaten um die Beteiligung seiner gemässigten Fatah-Bewegung an der Regierung in den Palästinensergebieten.
Der Dialog sei der einzige Weg, die «politischen Differenzen» beizulegen, sagte Meschaal, der in Syrien im Exil lebt. Von einem «Kampf um die Macht» in den Palästinensergebieten könne nicht gesprochen werden, betonte er.
Angespannte Situation
Die Situation zwischen Fatah und der regierenden Hamas ist seit der Ankündigung von Neuwahlen durch Abbas im Dezember gespannt. Bei Auseinandersetzungen starben seitdem mehr als 30 Menschen, in den vergangenen Tagen beruhigte sich die Lage allerdings wieder.
Zu der geplanten Unterredung mit Meschaal hatte es zunächst widersprüchliche Angaben gegeben. Schliesslich kam das Treffen am Sonntagabend doch noch zustande. In Damaskus ist das Politbüro der Hamas angesiedelt, das Meschaal leitet.
Abbas kam bei seinem ersten Besuch in Syrien seit Juli 2005, das sich als Vermittler angeboten hatte, am Samstag in Damaskus mit Präsident Baschar el Assad zusammen. El Assad bekräftigte dabei seine Vermittlungsbemühungen: Sein Sprecher sagte, El Assad fühle sich der «palästinensischen Einheit» verpflichtet.
EU-Chefdiplomat optimistisch
Am Sonntag führten sowohl Maschaal als auch Abbas separate Gespräche mit dem syrischen Vizepräsidenten Faruk al-Schara.
EU-Chefdiplomat Javier Solana, der auf seiner Nahost-Reise in der jordanischen Hauptstadt Amman Station gemacht hatte, zeigte sich dort optimistisch. Er halte die Zeit für eine Wiederbelebung der Nahost-Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern für günstig.
(rr/sda)
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