Ahmadinedschad schliesst Einlenken aus Mittwoch, 26. September 2007 / 20:16 Uhr
New York - Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat in seinen Auftritt vor der UNO-Vollversammlung in New York ein Einlenken im Atomstreit ausgeschlossen.Der Iran betrachte die Debatte um das Atomprogramm offiziell als beendet.
 Ahmadinejad warf den USA Menschenrechtsverletzungen vor.
«All unsere Atomaktivitäten sind friedlich und transparent zum Abschluss gekommen», sagte er. Sein Land sei bereit, das Thema als «normale Frage» im Rahmen der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) zu behandeln. Es sei allein deren Aufgabe, ohne Druck durch die USA oder andere Länder die «nuklearen Aktivitäten der Mitglieder zu beaufsichtigen».
Dem Westen warf er vor, seinem Land das Recht auf Atomenergie zu verwehren. Die grossen westlichen Länder hätten darauf bestanden, die Angelegenheit zu politisieren. Der Iran beuge sich keinen «illegitimen und politisch motivierten Diktaten von arroganten Mächten».
Vorwürfe an USA
Trotz militärischer Drohungen und «illegaler» Sanktionen sei der Iran in Sachen Atom Schritt für Schritt vorangekommen. Nun sei sein Land in der Lage, Uran für friedliche Zwecke anzureichern. Die USA drängen derzeit mit ihren Verbündeten im UNO-Sicherheitsrat auf die Verhängung weiterer Sanktionen gegen den Iran.
Ahmadinedschad warf den USA in scharfen Worten vor, weltweit die Menschenrechte zu verletzen. «Leider werden die Menschenrechte ausgiebig gerade von jenen Mächten verletzt, die sich als deren exklusive Fürsprecher aufspielen», sagte Ahmadinedschad.
Leere Sitze
«Geheimgefängnisse, Entführungen, Prozesse und geheime Strafen ohne Rechtsgrundlage, das ausführliche Abhören von Telefonaten, das Ausspähen privater Post - all das ist inzwischen gang und gebe», sagte Ahmadinedschad. In den USA würden die Menschenrechte «den Profiten der Wirtschaft» geopfert.
Die Sitze der US-Delegation waren während Ahmadinedschads Rede weitgehend leer. Vor dem iranischen Präsidenten hatten unter anderem US-Präsident George W. Bush, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy in ihren Reden vor der Vollversammlung scharfe Kritik an Ahmadinedschads Politik geübt.
(ht/sda)
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