LITERATUR
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Amazon soll rechtsextreme Bücher angeboten haben

Samstag, 25. Juli 2009 / 17:43 Uhr

Der Online-Buchhändler Amazon soll in Deutschland rechtsextreme Bücher verkauft haben. Gegen Amazon sei deshalb Strafanzeige gestellt worden, teilte die deutschen Vertretung des American Jewish Committee (AJC) am Freitag in Berlin mit.

Wilhelm Stäglich taucht bei Amazon nicht mehr auf, dafür ein anderer Holocaust-Leugner: David Irving.

Amazon kündigte an, die Vorwürfe auf Grundlage der Teilnahmebedingungen des Händlers zu prüfen, aber weiter auch bedenkliche Bücher zum Nationalsozialismus anbieten zu wollen.

Der AJC fand nach eigenen Angaben bei stichprobenartigen Recherchen Anfang des Monats rund 50 rechtsextreme Bücher im Katalog von Amazon. In diesen Büchern werde gegen Juden gehetzt, der Nationalsozialismus verharmlost und der Holocaust geleugnet.

Amazon: Mehr Diskussion statt Entfernung

Unter den vom AJC im Katalog von Amazon.de gefundenen volksverhetzenden Büchern hätten sich auch etliche als jugendgefährdend indizierte Werke gefunden, etwa der Neonazi-Klassiker «Der Auschwitz-Mythos» von Wilhelm Stäglich.

Eine Amazon-Sprecherin erklärte, das Unternehmen biete «selbstverständlich» keine verbotenen oder indizierten Titel an. Das Unternehmen respektiere allerdings das Recht auf freie Meinungsäusserung. «Wir glauben, dass die richtige Antwort auf diskussionswürdige Literatur nicht deren Entfernung ist, sondern mehr Diskussion.»

(tri/sda)


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