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Antarktis-Gletscher schmelzen immer schneller

Freitag, 22. April 2005 / 17:50 Uhr
aktualisiert: 23. April 2005 / 08:59 Uhr

London - Die Gletscher in der Antarktis schmelzen immer schneller ab. Die Ergebnisse einer umfassenden Studie britischer und amerikanischer Wissenschafter legt nahe, dass der Klimawandel eine der Hauptursachen ist.

Im Durchschnitt schmolzen die Gletscher in den vergangenen fünf Jahren um 50 Meter pro Jahr ab.

Nach den im Wissenschaftsmagazin "Science" (Bd. 308, S. 541) vom Freitag veröffentlichten Ergebnissen schrumpften in den vergangenen fünf Jahrzehnten 87 Prozent von 244 Gletschern in teils beträchtlichem Ausmass.

Und die Schmelzrate nimmt zu: "Im Durchschnitt schmolzen die Gletscher, die wir beobachtet haben, in den vergangenen fünf Jahren um 50 Meter pro Jahr ab, schneller als zu jeder anderen Zeit in den letzten 50 Jahren", sagte Autorin Alson Cook vom British Antarctic Survey (BAS) in Cambridge.

Luftaufnahmen seit 1940

Die Forscher werteten mehr als 2000 Luftaufnahmen aus den Jahren ab 1940 sowie gut 100 Satellitenfotos seit den 60er Jahren aus. Daraus erstellten sie Landkarten von kartografischer Qualität, die demnächst Forschern und auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen.

Nach den Erkenntnissen der Forscher wuchsen bis vor 50 Jahren die Gletscher, die sich von den Bergen ins Meer bewegten, zunächst langsam in der Länge, dann kehrte sich diese Entwicklung aber mit wachsender Geschwindigkeit um.

Dieser Prozess habe zunächst im wärmeren Norden der antarktischen Halbinsel begonnen und sei mit den ansteigenden Temperaturen in der Atmosphäre südwärts gewandert.

Ansteigen des Meeresspiegels

"Diese Region hat sich dramatisch und lokal begrenzt erwärmt, um etwa zwei Grad in den letzten 50 Jahren", berichtet Cook. Allerdings könne der Temperaturanstieg allein das Abschmelzen nicht erklären. Hier könne ein Vielzahl von Faktoren eine Rolle spielen, wie etwa auch die Meerestemperatur, worüber es aber nicht genügend Erkenntnisse gebe.

Das rasche Abschmelzen der Gletscher sei deshalb von Bedeutung, weil es zum Anstieg des Meeresspiegels beitrage, hiess es weiter. Ausserdem könne es die Abnahme der antarktischen Eisdecke beschleunigen.

Besonders betroffen sei der Sjögren-Gletscher, der seit 1993 um 13 Kilometer geschrumpft sei. 32 der beobachteten Gletscher hätten sich allerdings gegenläufig verhalten und seien in geringem Ausmass gewachsen, hiess es weiter.

(bert/sda)


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