Bis jetzt 50'000 tibetische Nomaden zwangsumgesiedelt Montag, 24. August 2009 / 18:38 Uhr
Peking - China hat in den vergangenen vier Jahren fast 50'000 tibetische Nomaden zwangsumgesiedelt. Die Regierung begründet die Massnahme mit Umweltschutz.
 China hat fast 50'000 tibetische Nomaden zwangsumgesiedelt.
Ziel sei es gewesen, ein ökologisch sensibles Gebiet im Hochland von Tibet vor Überweidung durch die Viehherden der Nomaden zu schützen, berichtete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.
Die Regionalregierung habe den Nomaden Berufsschulungsprogramme angeboten und unterstütze sie ausserdem dabei, sich selbständig zu machen, zitierte Xinhua einen örtlichen Regierungsvertreter.
Zudem seien in deren Siedlungen neue Schulen und andere Einrichtungen gebaut worden. Im Jahr 2007 hatten staatliche chinesische Medien berichtet, die Regierung wolle insgesamt 100'000 tibetische Nomaden umsiedeln.
Verschwinden der Gletscher
In dem Gebiet befinden sich die Oberläufe von drei der wichtigsten Flüsse Asiens: dem Jangtse, dem Mekong und dem Gelben Fluss. Da die dort vorhandenen Gletscher stark abschmelzen, befürchten Wissenschaftler Überflutungen in weiter flussabwärts gelegenen Regionen.
Zudem könne das Verschwinden der Gletscher langfristig die Wasserversorgung Asiens gefährden. Durch die Umsiedlungen sollte dieses empfindliche Ökosystem dem Bericht zufolge geschützt werden.
Exil-Tibeter sehen die Aktion dagegen als Angriff auf die althergebrachte Tradition der Rinder- und Schafhaltung in der buddhistisch geprägten Region.
(smw/sda)
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