Bis zu 60 Dopingkontrollen pro Saison Freitag, 1. Februar 2008 / 01:09 Uhr
Mit dem neuen «Blutpass» soll das Netz für Dopingsünder im Profiradsport noch enger gezogen werden. Rund 900 Athleten müssen sich dem Prozedere unterziehen. Beim Internationalen Sportgericht (TAS) in Lausanne wird mit einer steigenden Zahl von Rekursen gerechnet.
 Die UCI kann alleine schon aufgrund einer Anomalie des Blutbildes Sanktionen verhängen.
Mittels einer Stiftung will der Weltverband UCI in Zusammenarbeit mit den Sportgruppen, den Fahrern, dem französischen Sportministerium und der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA die rund 5,3 Millionen Euro aufbringen, welche die neue Massnahme kosten wird.
Unter strikter Kontrolle durch ein rigoroses Meldesystem und der Erstellung eines Steroid-Profils - wozu sechs Blutproben pro Fahrer nötig sind - werden die rund 500 ProTour-Profis und die etwa 400 Athleten der Zweitliga-Teams gehalten, die sich um Wildcards für Toprennen bemühen. Bis zum Start der Tour de France am 5. Juli in Brest müssen durch das Dopinglabor in Lausanne rund 4200 Proben untersucht und klassifiziert sein.
Neben dieser offiziellen Massnahme haben verschiedene Sportgruppen eigene, kostspielige Anti-Doping-Programme eingeführt. Hochrechnungen haben ergeben, dass sich ein erfolgreicher Radprofis inskünftig bis zu 60 Dopingkontrollen pro Saison unterziehen muss.
Rechtliche Fragezeichen
Seit dem letzten Oktober haben sich die von der UCI beauftragten Juristen und Wissenschaftler regelmässig getroffen, um die Zuverlässigkeit der Testmethoden und rechtliche Fragen abzuklären. Die Rechtsanwälte des Internationalen Sportgerichts in Lausanne gehen davon aus, dass die Zahl der Rekurse zunehmen wird. Dies nicht zuletzt deshalb, weil die UCI alleine schon aufgrund einer Anomalie des Blutbildes Sanktionen verhängen kann.
Vorderhand gibt es gewisse Fragezeichen um die juristische Gültigkeit des Blutpasses. Deshalb warten die Fachleute des TAS auf den ersten konkreten Fall. Erst mit dessen Behandlung wird eine juristische Leitlinie geschaffen, an die sich die Experten bei weiteren Fällen halten können. (bert/Si)
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