UNGLÜCKSFÄLLE
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Bislang schwerster Ausbruch des Merapi

Freitag, 5. November 2010 / 07:23 Uhr
aktualisiert: 16:20 Uhr

Merapi/Indonesien - Beim schwersten Vulkanausbruch auf der indonesischen Insel Java seit mehr als einem Jahrhundert sind am Freitag mindestens 64 Menschen ums Leben gekommen. Die Eruption mitten in der Nacht löste Panik aus, tausende Menschen flohen aus ihren Häusern.

Mindestens 54 Tote bei einem neuen Vulkanausbruch in Indonesien.

Dutzende weitere Menschen würden wegen Verbrennungen und Atemproblemen behandelt, sagte ein Spitalarzt. Er warnte, die Opferzahl könne weiter steigen: Viele Gegenden seien wegen heisser Asche noch nicht erreichbar. Damit stieg die Zahl der Todesopfer am Freitag auf insgesamt mehr als 100.

Tausende hatten ihre Wohnungen in Panik verlassen, als der Vulkan vor Sonnenaufgang brennende Asche auf umliegende Dörfer und Städte regnen liess. Die meisten Opfer fanden Rettungskräfte im Dorf Argomulyo, das 18 Kilometer - das entspricht der Länge des Thunersees - vom Vulkankrater entfernt liegt.

Dort ergoss sich eine Welle aus heissem Schlamm und Asche in das Dorf. Aufgrund den sengenden Hitze der Gaswolke, die Temperaturen von 750 Grad erreichte, brannten sich Kleider, Decken und sogar Matratzen in die Haut der Toten und Verletzten.

Überforderte Spitäler

Auf die Strassen des Dorfes Bronggang, das etwa 15 Kilometer vom Krater entfernt liegt, legte sich eine bis zu 30 Zentimeter Dicke Ascheschicht. Die Landschaft war mit zerdrückten Hausdächern, den verbrannten Überresten von Tieren und zerbrochenen Stühlen übersät.

«Die Hitze umgab uns und überall war weisser Rauch zu sehen», sagte der 47-jährige Niti Raharjo, der mit seinem 19-jährigen Sohn vor der Gaswolke floh und dabei von seinem Motorrad gerissen wurde. «Ich sah Menschen rennen, im Dunkeln schreien, Frauen so verängstigt, dass sie ohnmächtig wurden.»

Mehr als 150 Verletzte, die meisten davon mit Verbrennungen und einige mit Atemproblemen, Knochenbrüchen und Schnittverletzungen, warteten darauf, in Spitälern behandelt zu werden. In der Leichenhalle in einer kleinen Klinik im Ort Sardjito stapelten sich die Leichen. «Wir sind hier total überfordert», sagte ein Sprecher des Spitals.

Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono kündigte an, eine Armeebrigade für Rettungs- und Wiederaufbaumassnahmen abzustellen.

(sl/sda)


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