Bund ordnet Herausgabe der Duvalier-Gelder an Donnerstag, 12. Februar 2009 / 09:04 Uhr aktualisiert: 14:10 Uhr
Bern - Der Bund will die gesperrten Gelder des ehemaligen haitianischen Diktators Jean-Claude Duvalier zurückgeben. Die rund 7 Millionen Franken sollen Entwicklungsprojekten zu Gute kommen. Bis das Geld tatsächlich fliesst, kann es noch dauern.
 Duvalier soll zwischen 1971 und 1986 mit Hilfe seiner Entourage mehrere hundert Millionen Dollar aus der Staatskasse Haitis geplündert haben.
Wie das Bundesamt für Justiz (BJ) mitteilte, war es den Kontoinhabern aus dem Duvalier-Clan nicht gelungen, die rechtmässige Herkunft der in der Schweiz angelegten Gelder zu beweisen.
Der Bundesrat hatte die Konten 2002 eingefroren und die Blockade wiederholt verlängert.
Damit sollte Haiti die Möglichkeit gegeben werden, mittels eines korrekten Rechtshilfegesuches an die Millionen zu kommen. Im Frühjahr 2008 reichte das karibische Land schliesslich ein nachgebessertes Gesuch ein.
Haiti will Geld zurück
Haiti verlangt seit dem Sturz Duvaliers 1986 Gelder zurück. «Baby Doc» und seiner Entourage wird vorgeworfen, zwischen 1971 und 1986 über 100 Millionen Dollar unter dem Deckmantel von sozialen Aktivitäten unterschlagen zu haben. Ein Teil davon landete bei Schweizer Banken.
Der Fall Haiti ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Der Duvalier-Clan kann den Entscheid innert 30 Tagen beim Bundesstrafgericht anfechten. Der Anwalt des Duvalier-Clans war nicht erreichbar.
Wenn die Millionen schliesslich Haiti übergeben werden, sollen sie nicht in die Staatskasse fliessen, sondern der Bevölkerung über humanitäre und soziale Projekte direkt zu Gute kommen. Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) knüpfte dazu bereits Kontakte in Haiti. Schweizer Nichtregierungsorganisationen (NGO) reagierten erfreut.
(sl/sda)
Artikel-Empfehlungen:
 | 2.Feb 12:19 Uhr
|
 | 3.Feb 12:38 Uhr
|
|