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Champions League: Erstes Finalspiel in München

Dienstag, 1. Oktober 2002 / 08:52 Uhr
aktualisiert: 21:22 Uhr

Mit den Partien dieser Woche wird in der Champions League die erste Hälfte der ersten Gruppenspielphase abgeschlossen. In München steht heute Dienstag bereits das erste Finalspiel an, in dem Bayern München gegen Leader AC Milan unter Überdruck steht.

angespannte Nerven bei den Bayern

Sturz in den "Verlierer-Cup"

Die Angst geht um in München nach dem gründlich missglückten Start in die Champions League und der ersten Bundesliga-Niederlage am Samstag gegen Bayer Leverkusen. Der Fall in den "Verlierer-Cup", wie Präsident Franz Beckenbauer den UEFA-Cup despektierlich zu nennen pflegt, droht bei einem weiteren Flop gegen die AC Milan. "Uns steht das Wasser bis zum Hals", gibt Trainer Ottmar Hitzfeld zu. Der Erfolgstrainer und zweifache Champions-League-Gewinner weiss, dass nur ein Sieg über die Italiener die Situation ein wenig beruhigen kann.

Aus dem "Weissen Ballett" ist innert kürzester Zeit eine verunsicherte "Theken-Truppe" geworden. Deutlichstes Zeichen für die angespannten Nerven ist Goalie Kahns Aussetzer gegen Leverkusens Stürmer Thomas Brdaric, den er während des Spiels am Genick packte und arg durchschüttelte, so dass dieser nachher von Todesängsten sprach. Die Bayern seien immer dann am stärksten, wenn sie unter Druck stehen, hat man vor dem Auswärtsspiel in Lens beruhigt. Das 1:1 zeigt, dass der Druck damals noch zu wenig gross war. Nun aber muss man bereits von Überdruck reden.

In dieser Situation kommt vielleicht ein Gegner wie die AC Milan gerade richtig. Der siebenfache Europacupsieger kann nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Zu beeindruckend ist das momentane Kader und zu erfolgreich verliefen die bisherigen Saisonspiele: In der Serie A und in der Champions League sind die Mailänder noch ungeschlagen und mussten in fünf Pflichtspielen erst zwei Gegentore einstecken. Die Resultate zeigen, dass die eingekauften Stars wie Rivaldo, Alessandro Nesta, Clarence Seedorf und Jon Dahl Tomasson ihr Geld wert sind. Einzig die Statistik spricht gegen die Italiener: Ihr bislang letzter Sieg in Deutschland liegt 47 Jahre zurück.

Nur ein Sieg könne Bayern vor dem blamablen und erstmaligen Vorrunden-Out bewahren, sagt Hitzfeld. Er dürfte zweifellos Recht haben. In den nachfolgenden Auswärtsspielen in Mailand und La Coruña wird es noch ungleich schwieriger werden, die fehlenden Punkte zu sammeln. Und 10 Punkte müssen es wohl sein, wenn man mindestens Zweiter in der Gruppe werden will.

Leverkusen weiter im Aufwind?

Noch schlechter als für die Bayern präsentiert sich die Lage für deren Bezwinger vom Samstag. Bayer Leverkusen rangiert mit null Punkten und einem Torverhältnis von 3:8 am Tabellenende der Gruppe F. Und der Gang zu Maccabi Haifa auf die Ferieninsel Zypern verspricht weitere Unannehmlichkeiten. Die Israelis besiegten vor Wochenfrist Olympiakos Piräus an gleicher Stätte mit 3:0. Jenes Piräus, das zuvor die Deutschen mit 6:2 blamiert hatte. "Haifa ist nicht so schlecht, wie man es in Deutschland weismachen will", sagt Trainer Klaus Toppmöller, der auf den Aufwärtstrend nach dem Prestigeerfolg über die Bayern hofft.

Gelingt auf Zypern, das allerstrengste Sicherheitsvorkehrungen erdulden muss, der erste Vollerfolg in der Champions League, dann glaubt der letztjährige Finalist wieder an das Erreichen der nächsten Runde. In den nachfolgenden Heimspielen gegen Haifa und Piräus will Leverkusen dann alles klar machen für die nächste Runde.

(mk/sda)