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Das nächste «Wunder von Middlesbrough»

Donnerstag, 27. April 2006 / 23:21 Uhr
aktualisiert: 28. April 2006 / 00:41 Uhr

Der FC Middlesbrough hat drei Wochen nach dem FC Basel auch Steaua Bukarest niedergerungen und steht nach dem 4:2-Heimsieg im Final des UEFA-Cup. Dort treffen sie auf den FC Sevilla.

Massimo Maccarone, der «Schrecken vom FCB», brachte wieder die Entscheidung.

Nach 30 Minuten hatte Steaua, das das Hinspiel 1:0 gewonnen hatte, noch mit 2:0 geführt. Gegner im Final in Eindhoven (10. Mai) ist der FC Sevilla.

Damit kommt es auch im kleinen europäischen Endspiel zu einem spanisch-englischen Duell. Eine Woche bevor sich Arsenal und der FC Barcelona in Paris zum Showdown in der Champions League treffen, spielen ihre weniger prominenten Liga-Konkurrenten in Eindhoven am 10. Mai um die Nachfolge des ZSKA Moskau.

Es war im Riverside-Stadium in Middlesbrough tatsächlich wie gegen den FC Basel: Nach einer halben Stunde hatte sich das Heimteam ein Handicap eingehandelt, das in den verbleibenden 60 Minuten vier Tore forderte, um das kleine (Fussball-)Wunder zu schaffen.

Und im UEFA-Cup scheint für «Boro» tatsächlich keine Hürde zu hoch zu sein. Der Sturmlauf wurde auch diesmal erfolgreich abgeschlossen, und wie am 6. April gegen Basel schoss der kleine Italiener Massimo Maccarone in extremis das entscheidende vierte Tor.

In der 89. Minute köpfte der Stürmer, der nach dem desaströsen Fehlstart mit den scheinbar entscheidenden Gegentoren von Nicolae Dica (16.) und Dorin Goian (24.) für Verteidiger Gareth Southgate eingewechselt worden war, aus sieben Metern das erlösende 4:2 und sicherte den «Smoggies» die erste Final-Teilnahme im Europacup der Vereinsgeschichte.

Permanenter Sturmlauf

Rund eine Stunde zuvor hatte Maccarone den Sturmlauf der Nordengländer mit dem ersten Treffer lanciert (33.). Danach setzte Middlesbrough zum permanenten Sturmlauf auf das gegnerische Tor an - zuletzt mit vier Stürmern.

In seinen Bemühungen wurde der Premier-League-Verein auch durch die schwache Leistung von Steauas portugiesischem Torhüter Carlos unterstützt.

Der Keeper, der einzige Ausländer im Kader der Rumänen, zeigte Slapstick-Einlagen en masse, irrte orientierungslos durch den Strafraum und begünstigte dadurch die Kopftor zum 2:2 und 4:2 durch Mark Viduka (64.) und Maccarone. Letztlich hatte Steaua innerhalb von 56 Minuten gleich viele Gegentore kassiert wie zuvor in 13 UEFA-Cup-Partien zusammen.

Grösster Erfolg für Sevilla

Ähnlich dramatische Szenen spielten sich in Sevilla erst in der Verlängerung ab. Auch in den 90 Minuten des Rückspiels hatten der FC Sevilla und Schalke kein Tor zustande gebracht, so dass es zur Verlängerung kam. Und da entschied der eingewechselte Antonio Puerta das ausgeglichene Duell in der 101. Minute.

Der Mittelfeldspieler kam nach einer Flanke in halblinker Position im Strafraum frei zum Schuss und drosch den Ball in die weite Ecke - der grösste Erfolg in der Klubgeschichte der Andalusier war perfekt.

In der Schlussphase stand Schalke dem Ausgleich, der die «Königsblauen» in den Final gebracht hätte, zweimal durch Verteidiger Marcelo Bordon nahe. Der Brasilianer kam aus wenigen Metern zum Kopfball, doch mit gutem Stellungsspiel konnte Sevillas Keeper Andres Palop den Ball abwehren (113./116.). Damit hat Schalke auch das letzte Saisonziel verpasst.

In der Champions League scheiterte es schon in den Gruppenspielen an Milan und Eindhoven, in der Bundesliga musste die Hoffnung, sich mit Bayern München auf Augenhöhe um den Titel duellieren zu können frühzeitig aufgegeben werden, und nach zuletzt zwei Punkten in sechs Partien sind auch die Chancen auf den 3. Platz und die Qualifikation für die Champions League in der kommenden Saison verspielt worden.

Middlesbrough - Steaua Bukarest 4:2 (1:2)
Hinspiel 0:1. -- Riverside. - 34 622 Zuschauer (ausverkauft). - SR Michel (Slk). - Tore: 16. Dica 0:1. 24. Goian 0:2. 33. Maccarone 1:2. 64. Viduka 2:2. 73. Rigott 3:2. 89. Maccarone 4:2.

FC Sevilla - Schalke 1:0 (0:0, 0:0) n.V.
Hinspiel: 0:0. -- Sanchez Pizjuan. -- 46 000 Zuschauer (ausverkauft). -- SR De Santis (It). -- Tor: 101. Puerta 1:0.

(rr/Si)