HINTERGRUND
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Detektoren legen Handys lahm

Mittwoch, 14. April 2004 / 07:44 Uhr
aktualisiert: 08:01 Uhr

Die Entwicklung von Handydetektoren, die Störungen durch Mobiltelefone etwa auf öffentlichen Plätzen verhindern sollen, läuft auf Hochdruck. Abgesehen von der immer öfter bemängelten Lärmbelästigung dienen Mobiltelefone auch oft dem Vollzug strafbarer Handlungen.

Störende Handys orten und deaktivieren.

Zum Beispiel können die Geräte in Casinos missbraucht werden, um Betrug zu erleichtern oder in Gefängnissen, um Drogenhandel und andere gesetzeswidrige Machenschaften zu ermöglichen. Hier sollen künftig Detektoren Abhilfe verschaffen, die Handys zum Schweigen verdammen. Gleich mehrere Unternehmen entwicklen derartige Geräte oder Softwarelösungen. Auch marktreife Lösungen sind bereits vorhanden. Dies berichtet die New York Times.

So werden Handys zum Schweigen gebracht

Das israelische Unternehmen Netline beispielsweise stellt den so genannten Cellular Activity Analyzer her. Dabei handelt es sich um ein Gerät, das Mobilfunkaktivitäten in einer bestimmten Region aufspürt. Die Firma Bluelinx arbeitet hingegen an der Entwicklung des Softwaresystems Q-Zone. Q steht hier für Quiet, also leise.

Das System verwendet die Bluetooth-Technologie. Wird die Technik in Sendeanlagen und in Mobiltelefone eingebaut, können mit Q-Zone-Software ausgestattete Handys in spezifischen Zonen in den lautlosen bzw. in den Vibrations-Modus versetzt werden. Und ein Anbieter aus dem US-Bundesstaat in Virginia namens Cell Block Technologies entwickelt derzeit ein Übertragungsgerät, das "Kein Netz"-Signale an Mobiltelefone sendet und Anrufer automatisch an die Mailbox weiterleitet.

Diese Entwicklung ist etwas komplexer als die derzeitig am häufigsten verwendete Methode, das so genannte "jamming". Jamming setzt Störsender ein, die die Verbindung zwischen Handys und Handymasten unterbricht. Tausende dieser Geräte wurden bereits an Theater, Firmen und Privatleute verkauft.

"Schalten Sie bitte das Handy aus"

Desweiteren werden Geräte entwickelt, die eingeschaltete Handys aufspüren und deren Besitzer auffordern, ihr Telefon auszuschalten. Vor allem in Krankenhäusern soll diese Methode Verwendung finden. Eine andere Variante besteht darin, Handys inoperabel zu machen. Ein Nachteil: Auf diese Weise sind auch Notrufe nicht mehr möglich, wodurch unter Umständen gar Gesetze gebrochen werden können. In den USA sind solche Geräte nur dann legal, wenn Notrufe ermöglicht werden. Im Grossteil Asiens, Europas, im Nahen Osten und in Südafrika gibt es keine gesetzlichen Einschränkungen.

Ein animierter Hase statt eines Klingelns

Am Massachusetts Institute of Technology (MIT) wird an dem Projekt "Autonomous Interactive Intermediaries" gearbeitet. Hier wird ein Spracherkennungs-System verwendet, um zu entscheiden, ob ein Mobiltelefon läuten soll oder nicht. Der Besitzer wird mit visuellen Zeichen wie einem animierten Hasen oder einem Papagei auf den Anruf aufmerksam gemacht.

Ganz ohne zusätzliche Geräte und hohe Kosten kommen einige Gebäude-Konstruktionen, die Metallmischungen in ihre Bausubstanz einbauen, aus. Unter Umständen kann es hierbei jedoch auch zu anderen Wellenstörungen kommen, was zum Beispiel auch Fernseher deaktivieren könnte. (Thomas Wischniewski/teltarif.ch)