PRIMERA DIVISION
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Die Königlichen - der kommende spanische Fussball-Meister?

Freitag, 24. August 2001 / 15:48 Uhr
aktualisiert: 17:04 Uhr

Madrid - Beinahe 900 Millionen Franken haben die 20 Vereine der spanischen Primera Division für Transfers im Hinblick auf die am Samstag beginnende Saison ausgegeben. Den ganz grossen Coup landete dabei Meister Real Madrid, der für 115 Millionen Franken Zinedine Zidane von Juventus Turin verpflichtete.

Das Verpassen der Titelverteidigung wäre deshalb eine grosse Überraschung und für den Verein eine riesige Enttäuschung. Nur dem Erzrivalen Barcelona wird zugemutet, Real allenfalls Paroli bieten zu können.

«Mit Zidane hat Real die Meisterschaft schon gewonnen», meinte Fran, der Captain des letztjährigen Zweiten La Coruña. Auch die Madrider Spieler sind von der eigenen Stärke überzeugt. Verteidiger Roberto Carlos warnte die Konkurrenz: «Im Fussball beginnt jetzt die Diktatur der Weissen. In den kommenden Jahren werden wir eine Menge Titel holen.»

In den Testspielen ist jedoch die Euphorie etwas gebremst worden, denn die offensive Wunderwaffe mit Figo, Raul und Zidane harmonierte schlecht. Zuletzt schoss der Meister im Supercup gegen Saragossa (3:0) die Tore erst, als der französische Welt- und Europameister ausgewechselt worden war. Dennoch wird neben der Substanz auch die Kontinuität im Kader ein grosser Trumpf Reals sein. Ausser Zidane haben die Hauptstädter keine weiteren namhaften Transfers getätigt, und die zurückgetretenen Illgner und Sanchis gehörten zuletzt nicht mehr zu den Leistungträgern. Der Stamm der Mannschaft von Trainer Del Bosque blieb zusammen.

Barcelona dagegen hat eine andere Politik betrieben, um erstmals seit 1998 wieder Meister zu werden. Petit und Zenden haben Katalonien Richtung London (Chelsea) verlassen und auch Captain Guardiola, das Barca-Symbol schlechthin, hat sich aus dem Nou Camp verabschiedet. Bis jetzt hat der Mittelfeldspieler jedoch bei keinem neuen Verein angeheuert.

Auch wenn die Abwehr mit Andersson (Sd, Bayern München) und dem Franzosen Christanval (Monaco) verstärkt wurde, liegen die Stärken des 16-fachen Meisters erneut in der Offensive. Neben dem Holländer Kluivert und dem Brasilianer Rivaldo geht neu auch Saviola auf Torjagd. Barcelona hat den Stürmer, der das U20-Team Argentiniens im Juni zum Weltmeistertitel geführt hatte, für rund 40 Millionen Franken von River Plate Buenos Aires verpflichtet. Für weitere Talente aus Argentinien und Brasilien zahlte Barca nochmals rund 100 Millionen Franken, weshalb der Champions-League-Teilnehmer mit dem Rekord-Budget von beinahe 250 Millionen Franken in die Saison geht.

Während Barcelona an die Spitze zurückkehren will, gehören die Erfolgsjahre von Valencia wohl der Vergangenheit an. Der zweifache Champions-League-Finalist hat die Abgängen von Trainer Cuper (Inter Mailand) und Mendieta (Lazio Rom) zu beklagen. Der Erfolgscoach und sein verlängerter Arm werden an der Mittelmeerküste wohl nur schwer zu ersetzen sein.

Wie in Italien ist auch in Spanien der Schweizer Fussball nur in der zweithöchsten Liga vertreten. Der Internationale Raphael Wicky steigt mit Atletico Madrid als Top-Favorit für den Aufstieg in seine zweite Saison der Segunda Division. Sollte es mit der Promotion erneut nicht klappen, kann die Equipe von Trainer Aragones, der in der vergangenen Spielzeit Mallorca auf den dritten Platz der Primera Division geführt hatte, nicht die mangelnde Unterstützung des Publikums beklagen. Über 45 000 Supporter haben nämlich für die kommende Zweitliga-Saison eine Jahreskarte gelöst.
(sda)


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