EU-POLITIK
Anzeige
Dollar-Sturz: China weist EU-Forderungen zurück

Mittwoch, 28. November 2007 / 15:55 Uhr
aktualisiert: 17:53 Uhr

Peking - China hat den Ruf der Europäischen Union nach einer schnelleren Aufwertung der chinesischen Währung zurückgewiesen. Allerdins ist das Land bereit, verstärkt Waren aus Europa zu importieren.

José Manuel Barroso traf Li Keqiang, der als heisser Kandidat für das Amt des chinesischen Regierungschef gilt.

Um den hohen Handelsüberschuss mit Europa abzubauen, sagte Staats- und Parteichef Hu Jintao auf dem EU-China-Gipfel in Peking die Kooperation mit Europa zu. «Ich bin kein Befürworter eines grossen Handelsüberschusses», zitierten ihn europäische Delegationskreise bei einem Treffen mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso.

Beide Seiten vereinbarten die Gründung von zwei ranghohen Arbeitsgruppen, die Lösungen für Handelsprobleme sowie Finanz- und Währungsfragen entwickeln sollen. Regierungschef Wen Jiabao sagte, der Wechselkurs sei «nicht der entscheidende Faktor» für das hohe europäische Handelsdefizit mit China.

«Währungsmanagement optimieren»

Der Sturz des US-Dollar sei der wesentliche Grund für den Wertzuwachs des Euro gegenüber dem Yuan. Wen Jiabao wiederholte die chinesische Position, dass China die Reform seines Währungssystems nur «schrittweise» fortsetzen und die Handelsspanne des nicht frei konvertiblen Yuan in Zukunft flexibler gestalten werde.

«China wird sein Wechselkursmanagement perfektionieren und dem Markt erlauben, eine stärkere Rolle bei der Bestimmung des Yuan-Kurses zu spielen», sagte Wen.

Yuan künstlich niedrig

Derzeit kann der Yuan lediglich in einer engen Bandbreite von 0,5 Prozent zum Dollar schwanken. Europa wirft China seit längerem vor, den Kurs der heimischen Währung künstlich niedrig zu halten und damit die eigene Wirtschaft zu subventionieren.

Einen ersten Schritt zur Freigabe des Yuan hatte China vor mehr als zwei Jahren gemacht. Dieser geht den Europäern aber nicht weit genug.

(fest/sda)


Artikel-Empfehlungen:

Eurokurs fällt nach neuem Rekordstand deutlich22.Okt 08:18 Uhr
EU will mit China über tiefen Yuan sprechen9.Okt 07:29 Uhr
EU über starken Euro nicht erfreut8.Okt 20:03 Uhr