MINARETTVERBOT
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Eine «Katastrophe» für die Schweiz

Montag, 30. November 2009 / 11:26 Uhr
aktualisiert: 12:28 Uhr

Bern - Als «Wut- und Frust-Votum», eine «Katastrophe» für die Schweiz wird das Ja zum Minarett-Verbot in der Schweiz in der internationalen Presse kommentiert. Letztlich gelangen die Kommentatoren zum Schluss, dass sich die Schweiz damit neue Probleme eingehandelt hat.

Die «Times» schreibt: «Das Abstimmungsvotum muss umgestossen werden.»

Das Verbot werde folgenschwere Auswirkungen haben und die «Schweiz international vor grosse Probleme stellen», heisst es im Kommentar des «Spiegel». Darunter leiden würden sowohl die Wirtschaft und die Banken, aber wohl auch der Tourismus.

Die «selbsternannten Heimatschützer von der nationalkonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) haben einen Erfolg errungen, der dem Land noch zu schaffen machen wird», hält die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» fest. Mit dem Votum für das Verbot weiterer Minarette offenbare die Schweiz Züge, die von Engstirnigkeit, Ängstlichkeit und Abschottungswillen kündeten.

«Wut und Frust-Votum»

Für die «Süddeutsche Zeitung» war die Abstimmung vom Sonntag ein «Wut und Frust-Votum». Dazu werden das «Ende des Bankgeheimnisses» und die Geiselaffäre mit Libyen genannt. «Das Ausland» stehe nicht hoch im Kurs in der Schweiz.

Die britische «Times» fordert schlicht: «Das Abstimmungsvotum muss umgestossen werden», und stellt das Resultat in den Rahmen vieler populistischer Bewegungen in Europa.

Der «Corriere de la Sera» schreibt, die Schweiz bestätige mit dem Abstimmungsresultat nur den europäischen Komplex, belagert zu sein. «Das ist so etwas wie der Angstschrei, die 'Barbaren' stünden vor der Tür, der die letzten Jahrhunderte des Römischen Reiches gekennzeichnet hat», heisst es.

Die französische «Libération» sieht das Schweizer Votum gar als «Alarm für ganz Europa»: «Keine Regierung unseres Kontinents hat bisher auf zufriedenstellenden Weise die Beziehungen mit der muslimischen Religion geregelt - obwohl diese Teil der europäischen Landschaft ist.»

Dagegen ergibt eine Online-Umfrage der «Financial Times Deutschland», dass 69 Prozent die Entscheidung als souverän bezeichnen und nur 14 Prozent als rassistisch.

(tri/sda)


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