ERDBEBEN
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Erdbeben bis ins Bernbiet spürbar

Mittwoch, 7. Mai 2003 / 12:03 Uhr

Zürich - Ein Erdbeben der Stärke 4,0 auf der nach oben offenen Richter-Skala ist in der Nacht auf heute in weiten Teilen der Schweiz spübar gewesen. Schäden wurden keine registriert.

Das Epizentrum wurde im Urnerboden lokalisiert.

Der Schweizerische Erdbebendienst der ETH Zürich lokalisierte den Urnerboden im Kanton Uri als Epizentrum. Die Vibrationen seien allerdings bis ins Schaffhausische und in den Kanton Bern spürbar gewesen, sagte Donat Faeh vom Erdbebendienst.

Das Beben wurde um 23.59 Uhr registriert. Bei einer solchen Stärke gibt es laut Faeh kaum Schäden. Es vermag im Umkreis des Epizentrums etwa schlafende Menschen zu wecken, lässt das Geschirr in den Schränken klirren und Schränke wackeln. Die Meldungen aus entfernteren Regionen kamen laut Faeh vermutlich von Leuten, die noch nicht geschlafen haben.

Der Urnerboden liegt an der Grenze zwischen den Kantonen Glarus und Uri. Für diese Region ist ein solches Beben laut Faeh normal. Die Gegend gehöre zu den Schweizer Regionen mit mittlerer Gefährdung; bisher kam es aber nie zu grösseren Schäden.

1971 wurde in Näfels GL ein Beben der Stärke 4,8 registriert, das einige Schäden verursachte: Kamine brachen ab, Ziegel fielen von den Dächern und Geschirr fiel aus Regalen.

Die am meisten erdbebengefährdete Gegend der Schweiz ist das Wallis. Dort rechnen die Fachleute durchschnittlich alle 100 Jahre mit einem grösseren Beben. Das letzte Ereignis war 1946.

An zweiter Stelle liegt die Region Basel, die seit 1730 ruhig ist. Zuvor wurde ebenfalls alle rund 100 Jahre ein grösseres Beben registriert. Zur Katastrophe kam es 1356, als ein grosser Teil der Stadt Basel zerstört wurde.

Auch der Voralpengürtel vom Genfersee, am Vierwaldstättersee vorbei bis ins St. Galler Rheintal ist erheblich gefährdet. Alle 100 bis 150 Jahre bebt die Erde dort stärker.

(bsk/sda)


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