Ex-Sprecher: «Blair stand mit Kriegs-Entscheidung allein» Montag, 9. Juli 2007 / 11:11 Uhr aktualisiert: 12:22 Uhr
London - Der frühere britische Premierminister Tony Blair hat die Beteiligung seines Landes am Irak-Krieg nach Darstellung seines damaligen Sprechers trotz erheblicher Vorbehalte seiner engsten Vertrauten durchgesetzt.
 Blair habe seine Irak-Zweifel nie gezeigt, schreibt Campbell.
Bei der entscheidenden Sitzung seines Kabinetts im März 2003 sei Blair von mehreren Regierungsmitgliedern vor diesem Schritt gewarnt worden, schrieb Alastair Campbell in seinem Buch «The Blair Years».
«Jeder von uns hatte beträchtliche Zweifel, nur er nicht, oder wenn er sie hatte, dann hat er sie vor uns versteckt», schrieb Campbell. In einem Interview der BBC zu seiner Buchveröffentlichung sagte Campbell, Blair sei überzeugt gewesen, «das Richtige zu tun».
Leben mit Entscheidung
Die Entscheidung für oder gegen eine Kriegsteilnahme an der Seite von US-Präsident George W. Bush sei «eindeutig die schwierigste seines Lebens gewesen» und zugleich «eine, mit der er bis zum Ende seiner Tage leben muss».
Blair war am 27. Juni nach Monate langen Auseinandersetzungen innerhalb der regierenden Labour-Partei zurückgetreten. Blairs Ansehen als Politiker hatte durch den Irak-Krieg laut Meinungsumfragen derart grossen Schaden genommen, dass seine Partei mit ihm an der Spitze voraussichtlich keine Wahl mehr gewonnen hätte.
(ht/sda)
Artikel-Empfehlungen:
 | 13.Jul 07:56 Uhr
|
 | 10.Jul 17:02 Uhr
|
 | 27.Jun 15:01 Uhr
|
|