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FC Zürich spielt für Lugano im UEFA-Cup

Samstag, 15. Juni 2002 / 21:27 Uhr
aktualisiert: 21:58 Uhr

Zürich - Obwohl der Spielbetrieb zur Zeit ruht, herrscht im Schweizer Fussball hinter den Kulissen hektisches Treiben. Der Spielplan wird durch die Zwangsrelegationen gegen Lausanne, Sion und Lugano über den Haufen geworfen. Und Lugano muss wahrscheinlich seinen UEFA-Cup-Platz an den FC Zürich abtreten.

Und der FC Zürich wird im UI-Cup durch den Finalrunden-Siebten Young Boys Bern ersetzt.
Die UI-Cup-Verantwortlichen haben von der UEFA eine entsprechende Vorankündigung erhalten. Nun haben sie ihrerseits die UEFA in einem Dringlichkeitsschreiben zu einem möglichst raschen Entscheid aufgefordert, zumal auf den 21. Juni in Genf die Auslosung für die erste Qualifikationsrunde zur Champions League und zum UEFA-Cup angesetzt ist.

Die beiden Schweizer UI-Cup-Teilnehmer Zürich/YB und St. Gallen greifen in einer Woche in der 2. Runde in diesen Wettbewerb ein und hätten am 22. Juni in den Hinspielen zuerst Heimrecht. Die Rückspiele stehen am 29. Juni im Programm. Zürichs erster Gegner wäre das bosnische Team von NK Brotnjo, das nun voraussichtlich gegen YB antreten wird.

Spielplan muss geändert werden

Auch der Spielplan der Schweizer Meisterschaft muss wohl wieder abgeändert werden; erst am Freitag war die Partie zwischen den beiden nominellen UI-Cup-Teilnehmern St. Gallen und FC Zürich als vorgezogener Match der Startrunde auf den 3. Juli angesetzt worden.
Nationalliga-Direktor Edmond Isoz hatte schon vor zwei Wochen die Möglichkeit eines UEFA-Machtwortes im Fall Lugano nicht ausgeschlossen, dieses aber für unwahrscheinlich gehalten. "Schliesslich haben die Klubs sicher auch schon ihre Reiseplanungen gemacht und entsprechende Buchungen getätigt."

Für FCZ-Trainer Georges Bregy wäre das kein Problem: "Da könnten wir uns sicher mit den Young Boys einigen, die sich unsere Vorabklärungen zu Nutze machen könnten. Eine UEFA-Cup-Teilnahme wäre natürlich ein schönes und unerwartetes Geschenk für uns. Denn von der Nationalliga her hiess es immer, dass Lugano UEFA-Cup-Teilnehmer bleibt."

Doch erst am Freitag hatte die Nationalliga im Rahmen ihrer ausserordentlichen Generalversammlung darauf hingewiesen, dass bei der Klub-Beschickung durch die europäischen Verbände für die internationalen Klubwettbewerbe die UEFA das letzte Wort hat. Ab der Saison 2003/2004 erteilt die UEFA auch entsprechende Lizenzen. Laut Edmond Isoz sollte ein Schweizer Klub UEFA-lizenztauglich sein, wenn er zuvor auch die NLA-Lizenz erhalten hat. Offenbar ist die UEFA schon jetzt zum Schluss gekommen, dass Luganos Lage seit der UEFA-Cup-Qualifikation sowohl finanziell als auch sportlich so kritisch geworden ist, dass eine UEFA-Cup-Teilnahme des Klubs keinen Sinn mehr macht oder gar ein Risiko darstellt. Die Tessiner sehen sich nach dem Freitod von Präsident Helios Jermini mit Gläubiger-Forderungen von angeblich über 100 Millionen Franken konfrontiert. Und das neu von Pierluigi Tami trainierte Team für die NLB-Saison befindet sich im Total-Umbruch. Fast alle Stammspieler der letzten NLA-Spielzeit haben den Klub verlassen.
(ba/sda)