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Facebook-Armee aus Fake-Profilen

Donnerstag, 12. November 2015 / 15:40 Uhr

Amsterdam/Frankfurt - Der holländische Konzeptionskünstler Constant Dullaart sorgt derzeit mit einem Projekt auf Facebook für Aufregung.

Die Facebook-Armee.

Gemeinsam mit zwei freiwilligen Helfern hat er bereits rund 1000 gefälschte Profile auf der Seite erstellt, die auf hessischen Soldaten aus dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg basieren.

Mit der Aktion, die er unter dem Titel «The Possibility of an Army» in der Schirn-Kunsthalle in Frankfurt gestartet hat, protestiert er gegen die Vorstellung, dass es im Web oft alleine darum geht, die Anzahl von Likes, Klicks und befreundeten Kontakten als Qualitätsmerkmal heranzuziehen.

«Wahn zur Quantifizierung»

«Mit dieser Online-Aktion möchte ich gegen den um sich greifenden Wahn zur Quantifizierung des sozialen Kapitals protestieren», zitiert «BBC News» Dullaart. Gerade in den sozialen Medien würde den reinen Zahlen oft viel zu viel Wert beigemessen. «Likes bei Facebook und Instagram, oder Klickzahlen bei YouTube machen Popularität und ästhetische Qualität nicht messbar», betont Dullaart.

Um auf dieses offensichtliche Missverständnis hinzuweisen, habe er sich dazu entschieden, tausende Fake-Profile auf Facebook zu erstellen. «Insgesamt sollen es an die 20'000 werden», verrät der Künstler. Dass ein derartiges Vorgehen ausdrücklich den Nutzungsbedingungen des sozialen Netzwerks widerspricht, ist ihm egal. «Es kann sein, dass Facebook das bemerkt und damit anfängt, die Profile zu löschen», so Dullaart, der aber dennoch davon ausgeht, dass sie zumindest zwei Monate lang online bleiben werden.

Kritik an blühendem Geschäft

Dass die Zahl von Likes, Klicks und befreundeten Kontakten nicht unbedingt ein Indiz für die Bedeutung und Reichweite eines Facebook-Kontos sein muss, hat die Flut an gefälschten Profilen in den vergangenen Jahren gezeigt. Viele Unternehmen sind dazu bereit, enorme Summen zu investieren, um auf diese Weise die Anzahl ihrer Fans zu erhöhen.

Im Netz gibt es mittlerweile zahlreiche Anbieter, die mit käuflichen Klicks für Facebook, Twitter, YouTube und Co aufwarten. Die Preise variieren je nach Menge und Herkunft der gewünschten Fan-Profile. Angeboten werden teilweise sechsstellige Fanzuwächse.

«Es ist nicht meine Intention, dieses Geschäftsmodell im Rahmen meines Kunstprojekts anzuzapfen. Die Leute müssen aber endlich erkennen, dass das Anlegen von Fake-Profilen ein enorm profitables Geschäft geworden ist. Auch darauf möchte ich mit meiner Aktion hinweisen», merkt Dullaart abschliessend an.

(bg/pte)


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