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Flüchtlingsstrom nach Österreich reisst nicht ab

Dienstag, 15. September 2015 / 15:05 Uhr
aktualisiert: 15:27 Uhr

Budapest - Der Zustrom von Flüchtlingen nach Österreich reisst auch nach der Schliessung der ungarisch-serbischen Grenze nicht ab. Nach einem Höhepunkt zu Wochenbeginn hat sich die Lage jedoch am Dienstag ein wenig entspannt.

Die Lage hält weiter an. (Symbolbild)

«Die Nacht war ruhiger als ursprünglich erwartet, und dadurch ist es uns gelungen, den Stand in Nickelsdorf doch deutlich abzusenken», sagte der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Konrad Kogler.

Am Montag kamen demnach im gesamten Burgenland fast 20'000 Flüchtlinge an, mehr als je zuvor an einem Tag. Seither gehe die Zahl der Neuankömmlinge zurück.

Seit Mitternacht gelangten nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks UNHCR schon 5500 Flüchtlinge über die ungarisch-österreichische Grenze. Die Behörden erwarten weitere Tausende. «Wir wissen, dass viele Tausende Menschen noch in Ungarn unterwegs sind und nach Österreich oder weiter nach Deutschland wollen», sagte Helmut Marban von der Polizei Burgenland.

Grenze abgeriegelt - Hungerstreik

Ungarn hat seine Grenze zum südlichen Nachbarland Serbien für Flüchtlinge über Nacht faktisch geschlossen. In der Nacht wurden die Grenzübergänge Röszke und Asothalom abgeriegelt, nachdem zuvor bereits die letzte Lücke im Stacheldrahtzaun geschlossen worden war.

Hunderte Migranten drängten von der serbischen Seite gegen die Absperrung, die die ungarische Polizei bei Horgos über die grösste Autobahn in das Nachbarland errichtet hatte. Die Menschen schlugen gegen das Metallgitter und riefen «Öffnet die Grenze!», wie ein Journalist der Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Die Polizei stand auf der anderen Seite.

Aufgebrachte Flüchtlinge begannen einen Hungerstreik aus Protest gegen die Schliessung des Durchgangs. Einige der 200 bis 300 Protestierenden trügen Schilder mit der Aufschrift «No water no food until open border», berichtete die ungarische Internet-Zeitung index.hu. Vorher hätten sie dort von ungarischer Seite erhaltenes Essen weggeworfen.

Rasche Asylentscheide

An der ungarisch-serbischen Grenze wurden zwei Transitzonen für Flüchtlinge eingerichtet. Dort solle binnen weniger Stunden über Asylanträge entschieden werden, sagte ein Regierungssprecher bei einer Medienkonferenz im südungarischen Szeged. Wer keinen Antrag stelle, werde umgehend nach Serbien zurückgeschickt.

Asylbegehren von Flüchtlingen, die nicht in Serbien oder Mazedonien einen Antrag gestellt hätten, würden automatisch abgelehnt. Über die Anträge der übrigen Flüchtlinge solle innerhalb von maximal acht Tagen entschieden werden.

 

(nir/sda)


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