UNGLÜCKSFÄLLE UND VERBRECHEN
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Frankfurter Chaos-Pilot in Psychiatrie eingewiesen

Montag, 6. Januar 2003 / 20:10 Uhr

Frankfurt/Main - Nach seinem bedrohlichen Flug zwischen Frankfurter Wolkenkratzern muss der Pilot in die Psychiatrie. Der zuständige Haftrichter des Frankfurter Amtsgerichts ordnete seine vorläufige psychiatrische Unterbringung an.

Am Sonntag flog ein Psychologie-Student bedrohliche zwischen den Frankfurter Wolkenkratzern.

Anwalt Eckhart C. Hild bezeichnete den 31 Jahre alten Psychologie-Studenten als völlig übermüdet und nicht vernehmungsfähig. Er habe die Vorgänge noch nicht verarbeitet.

Eine erste Vernehmung bei der Polizei hatte der Pilot abgebrochen. Die psychiatrische Unterbringung hatte die Staatsanwaltschaft beantragt.

Mit der Entführung eines Motorsegel-Flugzeuges hatte der Mann am Sonntag Frankfurt für mehrere Stunden in Angst und Schrecken versetzt.

Der Flugbetrieb über der 650 000-Einwohner Stadt musste unterbrochen werden, weil sich die Lotsen auf das gekaperte Flugzeug konzentrieren mussten. Stundenlang kreiste er über der Frankfurter Innenstadt in geringer Höhe. 116 Flüge mussten annulliert werden, viele Flugzeuge hatten stundenlange Verspätungen.

Der offenbar geistig verwirrte Mann hatte gedroht, das Flugzeug in ein Hochhaus zu stürzen. Nach zwei Stunden landete er es auf dem Frankfurter Flughafen. Der Mann liess sich widerstandslos festnehmen. Er soll am Montag dem Haftrichter vorgeführt werden.

Unterdessen forderte der Chef des Frankfurter Flughafens, Wilhelm Bender, Konsequenzen aus dem Vorfall zu ziehen. Auch an den kleineren Flughäfen müssen dringend die Sicherheitsmassnahmen verstärkt werden, sagte Bender in einem Interview mit der Bild-Zeitung.

Auf dem kleinen Flugplatz sei es offenbar möglich, dass jemand mit einer Pistole einfach rein spaziert und ein Flugzeug kapert. Da seien die Behörden gefragt, sagte Bender weiter.

(pt/sda)