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Fussball, Bundesliga: Stefan Effenberg verliert mit Wolfsburg bei Rückkehr nach München

Sonntag, 17. November 2002 / 20:00 Uhr

(Si) Mit Zittern und Bangen kamen die Bundesliga Top-Teams Bayern München und Borussia Dortmund zu knappen Heimsiegen. Die Bayern wahrten dank des 1:0 gegen Wolfsburg den Vorsprung von fünf Punkten auf Verfolger Dortmund, der 1860 München mit dem gleichen Resultat schlug.

Wolfsburgs Stefan Effenberg und Bayerns Michael Ballack.

Hinter dem Spitzenduo rückte Werder Bremen durch das 5:3 gegen den Tabellenletzten Kaiserslautern auf den 3. Platz vor. Lange sah es indes nach dem ersten Auswärtssieg des "Krisen-Vereins" aus der Pfalz aus, denn die Lauterer führten bis zur 61. Minute 3:1. Doch dann leitete der Internationale Miroslav Klose mit einem Eigentor den Einbruch Kaiserslauterns ein, den Ailton (2) und Klasnic in der letzten Viertelstunde besiegelten. Eine Teilschuld an der Niederlage der "Roten Teufel" trifft Ciriaco Sforza. Der Schweizer sah schon nach 37 Minuten die Gelb-Rote Karte und schwächte damit seine Equipe erheblich. Für Sforza war es in der neunten Bundesliga-Saison der erste Platzverweis.

Auch Ludovic Magnin gehörte im Weserstadion nur zu den "Kurz-Arbeitern". Zwar wurde der Romand in die Startformation von Werder nominiert, musste aber bereits in der 31. Minute mit Rückenschmerzen ausgewechselt werden.

Erfolglose Rückkehr von "Effe"

Auch mit Stefan Effenberg, der bei seiner Rückkehr im Olympiastadion ebenso wenig überragend agierte wie sein Nachfolger bei Bayern, Michael Ballack, schaffte Wolfsburg den ersten Bundesliga-Sieg gegen Bayern München nicht. Doch zumindest einem Unentschieden war das VW-Ensemble aus Niedersachsen nahe. In der zweiten Halbzeit erspielten sich die "Wölfe" im Olympiastadion einige Torchancen, doch der ehemalige Servettien Martin Petrov (53.) und der Brasilianer Robson Ponte (68.) scheiterten jeweils alleine vor Oliver Kahn. Zu diesem Zeitpunkte führten die Bayern bereits 1:0, nachdem Roque Santa Cruz für den Leader mittels Kopfball nach einer Flanke des lange Zeit überragenden Ze Robertos getroffen hatte.

Nach dem Spiel zeigte sich Effenberg als fairer Verlierer und suchte die Bayern-Garderoben auf, um seinen ehemaligen Team-Kollegen zu gratulieren. "Ich habe mich gefreut, all die Jungs wiederzusehen", schilderte Effenberg später die sentimentale Rückkehr, verbarg seine Enttäuschung aber gleichwohl nicht. "Es ist bitter, dass wir verloren haben. Das war unnötig. Wir hatten die eine oder andere gute Möglichkeit, aber wir haben unsere Chancen nicht genutzt."

Dortmund siegt wieder Wenig glanzvoll fiel auch der Sieg von Meister Dortmund aus. Eine Woche nach den "Nerven-Gipfel" bei Bayern (1:2, zwei Platzverweise) gewannen die Borussen diesmal gegen 1860 München, die Nummer zwei aus der bayrischen Metropole, zwar die drei Punkte, zu überzeugen wusste die Equipe von Matthias Sammer aber nur in der ersten Halbzeit. Den Siegestreffer markierte Ewerthon schon nach fünf Minuten und bescherte den Westfalen nach drei Niederlagen in Serie in Cup, Meisterschaft und Champions League wieder einen Erfolg.

Kurz nach dem Tor stand Ewerthon erneut im Mittelpunkt, als er vom Ellbogen des Schweizers Remo Meyer getroffen wurde. Meyer, der für einmal im Mittelfeld im rechten Couloir agierte, hatte noch vor der Pause Glück, denn er schlug auch noch Lars Ricken den Ellbogen ins Gesicht und hätte dafür die Rote Karte verdient gehabt. Nach 54 Minute wurde Meyer ausgewechselt. Seine Teamkollegen waren in der Schlussphase zweimal gefährlich, konnten aber Roman Weidenfeller, der erstmals im Tor der Dortmunder stand, nicht bezwingen.

Mönchengladbach führte bei Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen durch die Tore des Slowaken Igor Demo und des Stürmers Bernd Korzynietz zweimal. Doch Jörg Stiel wurde von Daniel Bierofka jeweils zum Ausgleich für Leverkusen bezwungen. Das 2:2 fiel dabei erst drei Minuten vor dem Ende. In der ersten Halbzeit rettete Stiel gegen die Bayer-Stürmer mehrmals bravourös, nach der Pause wurde er kaum mehr beschäftigt.

Zum ersten Erfolgserlebnis auf fremdem Terrain kam Mittelfeldspieler Raphael Wicky mit dem Hamburger SV. Die Norddeutschen schlugen Nürnberg 3:1 und beendeten die Mini-Serie der Franken, die zuletzt dreimal in Folge gewannen. (fest/sda)