EURO 2008-HINTERGRUND
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Fussball: Köbi lobt Wayne Rooney

Donnerstag, 17. Juni 2004 / 22:01 Uhr

"Wayne Rooney ist ein phantastischer Spieler. Ihm zuzuschauen ist eine Freude, selbst wenn er für den Gegner stürmt." Der Schweizer Nationalcoach Köbi Kuhn erhielt glänzige Augen, als ihn ein englischer Journalist nach dem englischen Youngster fragte.

David Besckham jubelt mit Wayne Rooney und Frank Lampard über das 1:0 gegen Frankreich.

Und der Zürcher wird sich fragen: Warum steht mir kein solch aggressiver Puncher zur Verfügung?

Kuhn hat zwar mit Johan Vonlanthen ebenfalls einen 18-Jährigen Stürmer in seinem Kader, der zwar für internationale Spiele noch etwas zu wenig reif scheint, aber für das letzte Gruppenspiel gegen Frankreich eine mehr als valable Variante für Stéphane Chapuisat ist.

Kuhn: "Rooney ist für sein Alter weit fortgeschritten. Ich ziehe es vor, meine jungen Spieler sukzessive einzubauen."

Ein "Rooney" fehlt

Den Schweizern fehlte an diesem heissen Nachmittag in Coimbra ein Stürmer mit dem Durchsetzungsvermögen des zweifachen Torschützen Rooney.

Das Juwel des FC Everton trug sich mit seiner Doublette nicht nur als jüngster EM-Torschütze aller Zeiten (18 Jahre und 237 Tage alt) in die Fussball-Geschichtsbücher ein, sondern erteilte dem harmlosen Schweizer Sturm eine Lektion in Sachen Effizienz.

Zweite Doublette

Rooney, der bei Everton bis 2006 wöchentlich über 60 000 Franken verdient, aber mit einer guten EM auf einen Vertrag bei einem Spitzenklub spekuliert, spielte lange Zeit aufreizend nonchalant. Bis zu seinem Foul gegen Jörg Stiel und der folgenden Verwarnung war der Hitzkopf nie in Erscheinung getreten.

Dem dritten EM-Doppeltorschützen nach Henrik Larsson und Zinedine Zidane wurde in der weiteren Folge der Partie das Toreschiessen von den Schweizer Verteidigern allerdings nicht entscheidend erschwert.

Einfache Treffer

"Es war relativ einfach, die Treffer zu erzielen. Sie wurden gut vorbereitet, ich musste nur noch abschliessen. Das ist ja auch mein Job", sagte der relaxte "Man of the Match".

Vorsichtig suchten derweil die Schweizer Spieler nach Gründen für die Niederlage. Einer muss sicherlich im Ausschluss gegen Bernt Haas gesucht werden.

"Es ist tödlich, wenn man zwei Mal in Folge fast eine Halbzeit zu zehnt spielen muss. Bei kleinen Mannschaften wie der Schweiz werden solche Karten eben gegeben. Wie wir es schon nach der Partie gegen Kroatien sagten, das Fingerspitzengefühl fehlte etwas."

Haas war für ein Foul an Ashley Cole auf Höhe der Mittellinie des Feldes verwiesen worden. "Die einen Schiedsrichter zeigen in einer solchen Situation Gelb, andere eben nicht", formulierte es Patrick Müller, der laut spanischen Medienberichten unmittelbar vor einem Wechsel zu Mallorca stehen soll, diplomatisch.

(von Stefan Baumgartner/Si)