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Fussball: UEFA-Cup, Grasshoppers gegen PAOK und deren 12. Mann

Mittwoch, 30. Oktober 2002 / 17:30 Uhr

Die Grasshoppers treffen im Hinspiel der 2. UEFA-Cup-Runde auf einen Gegner, der am Samstag erstmals seit fünf Wochen ein Meisterschaftsspiel absolviert hat. Dies ist die Chance der Grasshoppers auswärts gegen PAOK Saloniki.

Die griechische Profiliga nahm erst am letzten Wochenende ihren Betrieb wieder auf. Grund für die "Pause" war die Schliessung des Pay-TV-Senders Alpha Digital Synthesis (ADS), der die angestrebte Abonnentenzahl bei weitem nicht erreichte. PAOK Saloniki, der Klub aus der makedonischen Provinz-Hauptstadt, belegt nach fünf Runden mit ebenso vielen Punkten Rückstand auf Leader AEK Rang 8.

Der 1929 als Panhellenic Athletic Club of Constantinopolitans (PAOK) von türkischen Einwanderen gegründete Spitzenverein stellt mit elf Toren die abschlussstärkste Mannschaft und mit Giorgos Georgiadis (6 Tore) auch den Topskorer der griechischen Liga. Das mit hellenischen, polnischen, nigerianischen und zypriotischen Internationalen "gespickte" Team von Angelos Anastasiadis kann zudem auf die Unterstützung von über 20 000 äusserst heissblütigen, zuweilen aber auch gewalttätigen Fans zählen.

Dies bekam am letzten Wochenende auch der Schiedsrichter-Assistent im Duell gegen Erzrivale Olympiakos Piräus (1:1) zu spüren. Nachdem der Linienrichter von mehreren Wurfgeschossen getroffen wurde, musste die Partie für eine gute halbe Stunde unterbrochen werden. Wiederholen sich derartige Vorfälle auch im Europacup, muss PAOK mit drastische Massnahmen der UEFA rechnen.

"PAOK-Fans sind Spinner"

René Deck, in den Siebzigerjahren während acht Saisons Stammgoalie der Grasshoppers, kennt die (chaotischen) Verhältnisse im Toumba-Stadion nur zu gut. Der siebenfache Schweizer Internationale absolvierte die Saison 1974/75 mit PAOK: "Das Verhalten der Zuschauer hat sich nicht geändert. Unser Bus wurde damals nach einer Niederlage gegen Olympiakos von der aufgebrachten Meute massiv attackiert und mit Steinen bombardiert. PAOK-Fans sind Spinner." Solche Eskapaden wird sich PAOK in europäischen Wettbewerben nicht leisten können; es drohen drastische Massnahmen der UEFA.

GC-Trainer Marcel Koller hat PAOK Saloniki, das zum vierten Mal in Folge die zweite UEFA-Cup-Runde erreicht hat, am letzten Mittwoch im gewonnenen Cupspiel gegen einen Zweitligisten beobachtet. Sportchef Mathias Walther war Augenzeuge der Randale gegen Olympiakos. Auf GC wartet eine "physisch starke und robuste Equipe mit Goalgetter Georgiadis als ständigen Gefahrenherd". Die wegen Blessuren nicht mitgereisten Stammspieler Marc Hodel, Pascal Castillo und Mate Baturina fehlen Koller ebenso wie Reto Zanni, Christoph Spycher und Gerardo Morales (alle verletzt).

PAOK Saloniki - Grasshoppers. -- Donnerstag, 20.15 Uhr Schweizer Zeit (live auf SF2 ab 19.55). -- SR Huyghe (Be).

(mk/sda)