Guantánamo: Wieder weniger Hungerstreikende Montag, 5. Juni 2006 / 08:00 Uhr
Washington - Die Zahl der Hungerstreikenden im US-Hochsicherheitslager Guantánamo auf Kuba ist nach Angaben der US-Armee von 89 auf 18 gesunken.
 Die meisten Gefangenen wurden noch nicht offiziell angeklagt.
Zwei von ihnen seien seit August 2005, die beiden anderen seit Ende Mai dieses Jahres im Hungerstreik, hiess es in einer Erklärung vom Sonntag.
Vier Gefangene würden derzeit zwangsernährt. Ein weiterer Lagerinsasse, der ebenfalls im vergangenen August mit der Nahrungsverweigerung begonnen habe, habe seinen Streik ebenfalls abgebrochen, werde aber noch zu den Hungerstreikenden gezählt.
Nach Auffassung der Armee ist ein Gefangener dann im Hungerstreik, wenn er neun aufeinanderfolgende Mahlzeiten verweigert hat.
Viele der Häftlinge sind bereits seit mehr als vier Jahren in dem Lager; nur gegen zehn von ihnen wurde bislang Anklage erhoben.
Keine Kriegsgefangene
Die US-Regierung verweigert den Inhaftierten den Status und damit auch die Rechte von Kriegsgefangenen.
Sie hatte das Lager im Zuge des Anti-Terror-Kampfes eingerichtet und wirft den meisten der Häftlinge vor, sie seien Mitglieder des Terrornetzwerks El Kaida oder der afghanischen Taliban-Miliz.
Im Mai hatten Wärter in Guantánamo eine Revolte von Gefangenen niedergeschlagen. Die internationale Gemeinschaft hat die Regierung von US-Präsident George W. Bush mehrfach zur Schliessung des Lagers aufgefordert.
US-Aussenministerin Condoleezza Rice verteidigte jedoch in der vorvergangenen Woche das Gefängnis erneut. Die dort untergebrachten «gefährlichen» Menschen stellten eine Bedrohung für die Vereinigten Staaten und ihre Alliierten dar.
(rr/sda)
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