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Hamburger Polizei bestätigt Polonium-Funde

Sonntag, 10. Dezember 2006 / 17:19 Uhr
aktualisiert: 17:39 Uhr

Hamburg - Bei den Ermittlungen zum Giftmord an dem russischen Ex-Agenten und Kreml-Kritiker Alexander Litwinenko hat die Polizei jetzt in Hamburg «definitiv» Spuren des hochgiftigen Poloniums 210 entdeckt. Damit war Litwinenko in London vergiftet worden.

Spuren von Polonium 210 seien in der Wohnung der Ex-Frau Kowtuns in dem Haus in Ottensen nachgewiesen worden. (Archivbild)

«Es handelt sich definitiv um Spuren des Polonium 210», sagte Einsatzleiter Thomas Menzel zum Stand der Untersuchungen des Wohnhauses von Litwinenkos Kontaktmann Dmitri Kowtun in Hamburg- Ottensen.

Der 41-jährige Kowtun hatte Litwinenko am 1. November in London getroffen. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen war Litwinenko an diesem Tag vergiftet worden. Laut Polizei handelt es sich bei Polonium 210 um eine schwach strahlende Substanz. Gefährlich sei nur die Einnahme der Substanz oder direkter Kontakt in offenen Wunden.

Anfangsverdacht

«Wir haben nach der Auswertung der Kontaminierungsspuren einen zureichenden Anfangsverdacht gegen Kowtun», sagte der leitende Oberstaatsanwalt Martin Köhnke. Gegen ihn werde unter anderem wegen des Verdachts des unterlaubten Umgangs mit radioaktiven Stoffen ermittelt.

Spuren von Polonium 210 seien in der Wohnung der Ex-Frau Kowtuns in dem Haus in Ottensen nachgewiesen worden. Ebenso seien die Ermittler auf radioaktive Spuren in einem Auto sowie auf dem Anwesen der Ex- Schwiegermutter Kowtuns in Haselau in Schleswig-Holstein gestossen.

Spuren auf Fomular

«Man kann davon ausgehen, dass es sich auch dort um Polonium handelt», sagte Menzel, der die Sonderkommission «Dritter Mann» leitet. Auch auf einem Formular, das Kowtun Ende Oktober auf der Ausländer-Behörde in Altona ausgefüllt habe, seien entsprechende Spuren gefunden worden.

Kowtun war am 28. Oktober von Moskau nach Hamburg gekommen. Nach Ansicht der Ermittler war er schon in der russischen Hauptstadt in Kontakt mit dem Polonium gekommen. Ob er die Substanz bei seiner Ankunft in Hamburg am oder im Körper getragen hatte, liess sich nach Angaben der Experten nicht rekonstruieren.

(fest/sda)


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