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Hausdurchsuchungen bei Juve-Spielern

Donnerstag, 18. Mai 2006 / 21:30 Uhr

Die Untersuchungen im von Juventus ausgelösten italienischen Fussball-Skandal dehnen sich weiter aus.

Die Wohnungen des Spielers Zlatan Ibrahimovic sei durchsucht worden.

Zwei Tage nach dem Amtsantritt des kommissarischen Präsidenten Guido Rossi tauchte die «Guardia di Finanza» auf der Geschäftsstelle der Turiner auf.

Nachdem die Hausdurchsuchung der Finanzpolizisten bekannt geworden war, sackte die Juve-Aktie an der Mailänder Börse zeitweise um gegen zehn Prozent auf 1,32 Euro ab. Die Behörden ermitteln vor allem wegen des Vorwurfs der Bilanzfälschung und der Steuerhinterziehung, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA.

Auch die Wohnungen des ehemaligen Managers Luciano Moggi sowie der Spieler Zlatan Ibrahimovic und Fabio Cannavaro seien durchsucht worden, sickerte durch. Zudem habe es Nachforschungen im Haus von Moggis Sohn Alessandro in Neapel sowie im toskanischen Heimatort des Ex-Managers gegeben. Einzelheiten wurden jedoch nicht bekannt.

Neun Schiedsrichter suspendiert

Konsequenzen aus dem Skandal zog der Schiedsrichter-Verband Aia mit der sofortigen Suspendierung von neun Referees. Den Unparteiischen aus der ersten und zweiten Liga werden Absprachen mit Luciano Moggi vorgeworfen.

Zu den Suspendierten gehört auch Massimo De Santis, dessen WM-Nominierung bereits am letzten Wochenende wegen des Verdachts seiner Verwicklung in die Affäre zurückgezogen worden war.

Verband für Sammelklage

Unterdessen gründeten Italiens Fussball-Tifosi in Neapel den Verband «Castigateli!» (Bestraft sie!), der von den in den Skandal verwickelten Vereinen eine Rekordentschädigung verlangen will. Die Vereinigung strebt eine Sammelklage gegen die Vereine an und will einen Schadenersatz von einer Milliarde Euro verlangen.

Gründer ist Antonio Coviello, Wirtschaftsprofessor der lokalen Universität. Er will als Zivilkläger an den Prozessen gegen die Klubs auftreten.

(bert/Si)


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