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Hunderte Palästinenser ziehen zu Arafats Grab

Samstag, 13. November 2004 / 13:42 Uhr
aktualisiert: 14:20 Uhr

Ramallah - Einen Tag nach der Beerdigung von Präsident Jassir Arafat sind hunderte Palästinenser zu seinem Grab in Ramallah gepilgert, um sich von ihm zu verabschieden. Die neue palästinensische Führung kündigte baldige Wahlen an.

Um ihm die letzte Ehre zu erweisen strömen unzählige Palästinenser zum Grab von Jassir Arafat .

Führende palästinensische Politiker beteten am Morgen an Arafats Ruhestätte, darunter Ministerpräsident Ahmed Korei und der neue PLO-Chef Mahmud Abbas. Läden und Büros im Westjordanland und im Gaza-Streifen blieben geschlossen.

Die offizielle Trauerzeit soll laut palästinensischer Autonomiebehörde drei Tage dauern. Darüber hinaus hatten die Behörden eine 40-tägige inoffizielle Trauerzeit ausgerufen. Arafat war auf dem Gelände seines Hauptquartiers, der Mukataa, begraben worden.

Umfangreiche Wahlen angekündigt

Die neue palästinensische Führung kündigte unterdessen umfangreiche Wahlen an. Wie vom Gesetz vorgesehen, werde innerhalb von 60 Tagen ein Nachfolger Arafats gewählt, sagte Ministerpräsident Ahmed Korei in Ramallah.

"Die Präsidentenwahl wird vor dem 9. Januar stattfinden." Über das genaue Datum werde die Führung der Palästinenser entscheiden. Bereits für Dezember kündigte Korei Kommunalwahlen an. Im ersten Quartal 2005 werde dann ein neues Parlament gewählt, sagte Korei nach einer Unterredung mit dem aussenpolitischen Koordinator der Europäischen Union (EU), Javier Solana.

Keine Annäherung Israels

Aus israelischen Medien verlautete derweil, dass Israel auch nach Arafats Tod nicht mit den Palästinensern über den Abzug aus dem Gaza-Streifen und aus Teilen des Westjordanlands verhandeln wolle.

Israelische Regierungsvertreter begrüssten die Unterstützung von US-Präsident Bush für Scharons Rückzugsplan der israelischen Armee, wie das israelische Armee-Radio berichtete.

Bush habe damit Versuchen der Europäer eine Absage erteilt, Israel so schnell wie möglich zu Verhandlungen mit den Palästinensern zu drängen. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon lehnt es bislang ab, den Truppenrückzug mit den Palästinensern zu koordinieren.

(mo/sda)


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