UNGLÜCKSFÄLLE
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ICE-Zug im Bahnhof Thun entgleist - Acht Verletzte

Freitag, 28. April 2006 / 16:50 Uhr
aktualisiert: 30. April 2006 / 11:33 Uhr

Bern - Beim Zusammenstoss eines deutschen ICE-Zuges mit zwei aneinandergehängten BLS-Lokomotiven in Thun BE sind acht Personen leicht verletzt worden, darunter der Lokführer des ICE.

Kurz vor dem Bahnhof Thun kollidiert ein ICE der Deutschen Bahn mit einem Zug bestehend aus zwei BLS-Lokomotiven.

Beim Aufprall entgleisten mehrere Waggons. Die acht Verletzten wurden in Spitalpflege gebracht. Im Verlauf des Tages konnten alle das Spital wieder verlassen, wie Hans-Martin Schär, Pressesprecher der BLS Lötschbergbahn, auf Anfrage sagte.

Wie viele Passagiere sich in dem ICE-Zug befanden, konnte nicht genau eruiert werden. In der Regel sei der Zug mit rund 250 Personen besetzt, sagte BLS-Direktor Matthias Tromp vor den Medien in Thun.

Beim Zusammenstoss entgleisten zwei Drittel des aus zwei Triebköpfen und zwölf Waggons bestehenden ICE. Ein Teil der entgleisten Wagen ragte auf das Nachbargleis hinüber.

Ein Bild der Verwüstung

An der Unfallstelle bot sich am Freitagmorgen ein Bild der Verwüstung. Die beiden Zugkompositionen waren vorne stark eingedrückt. Ebenfalls stark zusammengedrückt waren die Verbindungen zwischen den ICE-Bahnwagen. Die Wagenkasten selber wurden nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen. «Da sind Schutzengel mitgefahren», erklärte ein sichtlich bewegter BLS-Direktor.

Der Sachschaden dürfte sehr hoch sein. Wie hoch genau, das konnten die Verantwortlichen am Freitag noch nicht abschätzen. Insbesondere beim ICE müsse noch geklärt werden, ob allenfalls ein Teil verschrottet werden müsse. Der Schaden an den Gleisen halte sich in Grenzen.

Noch ungeklärte Unfallursache

Noch nicht geklärt ist die Unfallursache. Untersuchungen wurden eingeleitet. Mit welcher Geschwindigkeit die Züge unterwegs waren, konnte ebenfalls noch nicht gesagt werden. In der Regel passieren die Züge die Stelle mit rund 60 Stundenkilometern.

Laut Schär bestehen Anzeichen, dass die Züge vor dem Zusammenprall kurz und heftig bremsten. Der Fahrer der Güterlok habe sich in den Maschinenraum retten können. Das deute darauf hin, dass er zuvor eine Vollbremsung eingeleitet habe. Der Aufprall sei dennoch heftig gewesen.

Bahnstrecke Thun-Spiez noch immer unterbrochen

Die Bahnstrecke Thun-Spiez war den ganzen Freitag über unterbrochen. Die Bahnverantwortlichen hofften, die Bergung der Unfallwagen kurz nach Mitternacht abschliessen zu können, damit die Strecke am frühen Samstag wieder geöffnet werden könnte.

(smw/sda)


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