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Inmitten der Digitalisierung: Wie Technologie das Entertainment verändert hat und was vor uns liegt

Montag, 22. Januar 2024 / 18:03 Uhr

Die meisten von uns sind alt genug, um sich daran zu erinnern, wie es war, ins Internetcafe zu gehen, um schnell E-Mails zu checken, mit Freunden zu chatten oder auf eBay zu shoppen. Und wer nicht alt genug ist, der hantiert täglich mit der Technologie, die uns die allgegenwärtige Vernetztheit beschert, als ob es nie anders gewesen wäre.

Wir stecken gerade erst am Anfang der digitalen Revolution.

In der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit wird schnell der neueste Instagram-Post von Cristiano Ronaldo gecheckt, zuhause nach der Arbeit wird abgeschaltet und «Stranger Things» auf Netflix gestreamt und beim Joggen läuft das neueste Taylor-Swift-Album via Spotify. Alles auf Knopfdruck und wenn nicht komplett kostenlos, dann kostet es uns monatlich meist weniger als ein Frapuccino bei Starbucks.

Wie sich die Art und Weise, wie wir heute Unterhaltung konsumieren, in weniger als zwei Jahrzehnten so radikal wandeln konnte, lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Digitalisierung. Tatsächlich stehen wir aber gerade erst am Anfang der digitalen Revolution. Denn Innovationen wie KI, Blockchain oder Virtual Reality warten schon hinter der nächsten Ecke und sind zum Teil bereits im Begriff, die Unterhaltungsindustrie in der nächsten Disruptionswelle durchzupflügen. Genau der richtige Zeitpunkt für uns, einen Moment innezuhalten und auf die Transformation, die modernes Entertainment in den letzten Jahrzehnten durchlaufen hat, zurückzublicken und - um es noch spannender zu machen - zu begutachten, was sich am Horizont der Innovation tut und was wir vom Entertainment der Zukunft erwarten können.

Mehr Selbstbestimmung durch Streaming?

Vor nicht einmal 20 Jahren waren Netflix und Co. noch eine Randerscheinung. Wer damals Video-Inhalte «On Demand» konsumieren wollte, ging meistens noch in die Videothek, anstatt sich mit langen Ladezeiten herumzuärgern oder sich von unbeholfenen Empfehlungsalgorithmen sagen zu lassen, was einem denn gefallen müsse.

Kino und Kabelfernsehen waren die dominanten Player im Markt. Deren Programm diktierte, was zu welchem Zeitpunkt gesehen werden konnte. Die einzige Wahl, die der Konsument hatte, war dankend anzunehmen, was ihm vorgesetzt wurde, oder zu hoffen, dass der nächste Samstagabend-Blockbuster auf Pro 7 dem, was man sich unter einem gelungenen Filmabend vorstellte, etwas näher kam. Und selbst, wenn der eigene Geschmack zielgenau getroffen wurde, gegen die Werbepausen konnte sich niemand wehren. In einem freien Markt sollte man erwarten dürfen, dass Unterhaltung etwas mehr zu bieten hat.

Wie so oft war es die technologische Innovation, die Verbrauchern zu dem Mass an Selbstbestimmung verholfen hat, das für uns in anderen Lebensbereichen schon lange selbstverständlich ist. Die Ressourcen, die Netflix, Prime Video, YouTube und dergleichen heute zur Verfügung stehen, geben Konsumenten nicht nur mehr Freiheit über die eigene Unterhaltung. Sie haben auch Kino und Fernsehen nahezu überflüssig gemacht. Zu verdanken haben wir dies vor allem vier Schlüsseltechnologien:

  • Hochgeschwindigkeitsinternet: Ultraschnelles Internet, allen voran Glasfaserleitungen, erlaubt es Usern, hochauflösende Inhalte verzögerungsfrei wiederzugeben. Wer früher noch Stunden oder gar Tage auf den Download einer 25-GB-Blu-Ray warten musste, kann den gleichen Inhalt heutzutage auf Knopfdruck und nahezu ohne Ladezeit wiedergeben. User können so spontan jeden Film und jede Serie ansehen, ohne Tage im Voraus zu planen.
  • Cloud-Computing :  Die Filmbibliotheken, die Netflix, Prime Video, etc. zur Verfügung stellen, brauchen gigantische Mengen an Speicherplatz. Möglich ist dies nur durch Cloud-Dienste. Prime Video nutzt dabei Amazons hauseigene Cloud AWS, auf die auch die meisten anderen Streaming-Anbieter setzen.
  • Künstliche Intelligenz (KI): Intelligente Machine-Learning Algorithmen nutzen kleinste Merkmale im Entscheidungsverhalten von Usern, um daraus ein gesamtheitliches Bild ihres Geschmacks zu erhalten. Basierend auf diesen Merkmalen kann der Algorithmus hochpersonalisierte Inhalte empfehlen, die passgenau auf den Geschmack des Einzelnen zugeschnitten sind. Und wenn eine Empfehlung mal doch nicht gefällt, so kann der lernfähige Algorithmus dank User-Feedback sein eigenes Auswahlverfahren für die nächste Empfehlung verbessern.
  • Mobile Technologie: Durch Verbesserungen von mobiler Technologie können Nutzer die gewünschten Inhalte überall und jederzeit konsumieren. Datenstandards wie 5G garantieren auf der einen Seite eine reibungslose und schnelle Übertragung grosser Datenmengen. Auf der anderen Seite bietet so gut wie jeder namhafte Streaming-Dienst eine eigene App, die auf den mobilen Gebrauch zugeschnitten ist. Die Zahlen zeigen, dass damit die Nachfrage des Marktes getroffen wurde, denn 69% aller Video-Inhalte werden heutzutage auf Mobilgeräten konsumiert.

Ironischerweise hat diese Emanzipation des Entertainment-Konsumenten, die uns diese Technologien beschert haben, eine äusserst kuriose Schattenseite: Wir können uns nicht mehr entscheiden, was wir konsumieren, denn die Auswahl ist einfach zu gross. Aber mit mehr Freiheit kommt eben auch mehr Eigenverantwortung - auch bei banalen Fragen wie der, was man sich bei Pizza und Feierabendbier denn nun ansehen soll.

Casino-Glamour auf dem Bildschirm

Eine ähnlich transformative Entwicklung wie Video-Entertainment hat die Glücksspielbranche durchlaufen - wenn auch hier die Alte Garde der Branche, also landbasierte Casinos, noch nicht ganz so sehr in die Knie gezwungen werden wie Kino und Fernsehen.

Wirklich deutlich geworden ist die wachsende Dominanz von Online Casinos erst während der Pandemie. Die Langeweile der Lockdowns spielte hier eine wichtige Rolle, war aber wohl nicht der einzige Faktor, der Online-Glücksspielangeboten zu der Position verholfen hat, die sie jetzt in der Branche haben. Ausschlaggebend war hier zum einen Fortschritte in der Regulierung wichtiger Märkte wie Deutschland im Jahr 2021, während die Gesetzgebung für Online Casino Schweiz bereits im Jahr 2019 Anbietern einen Weg eröffnete, ihr Angebot landesweit legal und sicher zu betreiben. Auf der anderen Seite waren es ähnliche technologische Durchbrüche wie im Videobereich, die Online Casinos massentauglich gemacht haben:

  • Mobile Apps
  • Verbesserte Sicherheitsmassnahmen
  • Live-Dealer-Spiele
  • Künstliche Intelligenz

Mobile Apps und KI-Algorithmen brachten der Glücksspielbranche in etwa die gleichen Vorteile ein wie Streaming-Diensten im Video-Entertainment. Hinzu kommt aber, dass Online Casinos dank moderner Technologien wie SSL-Verschlüsselung mittlerweile für die Sicherheit von Zahlungen und empfindlicher Finanzdaten garantieren können.

Mit Liver-Dealer-Spielen haben Online Casinos einen weiteren Schritt in Richtung Wettbewerbsfähigkeit gegenüber landbasierten Casino getan. Spieler können so - wenn auch im virtuellen Raum - mit echten Dealern und auch Spielern interagieren, sodass die Atmosphäre eines echten Casinos nicht mehr weit ist.

VR, Blockchain und (mehr) KI: Innovationen am Horizont

Seit den Anfängen der Digitalisierung hat die Unterhaltungswelt eine beeindruckende Strecke auf dem Weg der Innovation zurückgelegt. Dank der Macht der Gewöhnung gehören die meisten Neuerungen der letzten Jahrzehnte aber für uns bereits zum alten Eisen und sind aus unserem Alltag sowieso nicht mehr wegzudenken.

Auf welche Entwicklungen können wir uns also in diesem und den kommenden Jahrzehten freuen?

Eine Technologie, auf die derzeit wohl alle Augen gerichtet sind, sind Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR). Diese dürften das Eintauchen in virtuelle Welten nicht nur befriedigender, sondern so überzeugend machen, dass sie eine plausible Alternative zur Realität schaffen könnten - so wie es das Metaverse auch vorzuhaben scheint.

Blockchains, die ihren Weg als Infrastruktur für Krypto-Zahlungen begonnen haben, sind bereits jetz im Begriff, Datenspeicherung und Handhabung von Urheberrechten so sicher und effizient wie nie zuvor zu machen. Sogenannte Non-Fungible-Tokens (NFTs) ermöglichen es nun jedem Künstler, seinen Content schnell und unkompliziert zu veröffentlichen und zu monetarisieren. Da wäre es nicht undenkbar, dass einengende Verträge von grossen Plattenfirmen oder Filmstudios bald der Vergangenheit angehören.

Auf dem Bereich der KI haben wir bereits den ein oder anderen Vorgeschmack bekommen. Das weitere Potential, das in Künstlicher Intelligenz steckt, geht allerdings weit über automatische Chat-Bots und intelligente Empfehlungsalgorithmen hinaus. Wahrscheinlich ist, dass KI auch im Bereich der Content-Erstellung immer relevanter wird. Systeme wie Chat-GPT oder Dall-E sind heute zwar noch nicht so ausgereift, dass sie einen menschlichen Content Creator ersetzen können. Sehr wohl aber können sie unterstützende Funktionen wahrnehmen, sodass Content-Ersteller in Zukunft mehr aber vor allem auch hochwertigeren Content produzieren können.

(fest/pd)