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Jäggi kämpft mit Kaiserslautern gegen den Konkurs

Dienstag, 1. Oktober 2002 / 18:04 Uhr
aktualisiert: 21:19 Uhr

René C. Jäggi kämpft mit Kaiserslautern gegen den Bankrott. Bis zum Saisonende werden Verluste von 9,4 Millionen Euro erwartet. Die Existenz kann nur durch den Verkauf der Transferrechte am Internationalen Miroslav Klose gesichert werden.

René C. Jäggi.

"Wir brauchen dringend eine Finanzspritze von fünf Millionen Euro. Sonst sind wir schon in den nächsten Wochen nicht mehr liquid", musste der designierte Vorstandsvorsitzende René C. Jäggi bei der Offenlegung der Bilanzen verkünden. Der abtretende FC-Basel-Präsident handelt in der Pfalz noch als "Not-Vorstandsmitglied". Die Mitgliederversammlung, an der er zum Vorstandsvorsitzenden gewählt werden soll, wurde vom 15. Oktober auf den 5. November verschoben, weil die Tagesordnung/Einladung einen formellen Fehler aufgewiesen hat.

Die fünf Millionen sollen von einer Firma kommen, die den Pfälzern sehr nahe steht und dem Klub mit der Übernahme der Transferrechte an Klose aus der Notlage helfen will. Den Namen der Firma wollte die Klubführung noch nicht bekannt geben, um die Verhandlungen nicht zu gefährden. Klose, der bei Kaiserslautern bis zum 30. Juni 2005 unter Vertrag steht und den Klub ein Jahr zuvor für die fest geschriebene Ablösesumme von sechs Millionen Euro verlassen kann, ist mit dem Vorschlag der Führungsetage einverstanden.

Der Deal mit Klose ist die Voraussetzung für den Sanierungsplan, den Jäggi anstrebt. "Wir sind sportlich angeschlagen und in einer finanziellen Schieflage. Wir sind ein Sanierungsfall." Allein aus der Kirch-Pleite ging eine Million Euro verloren. Weitere zehn Millionen Verlust resultierten aus rückläufigen TV-Geldern. Zudem fehlt viel Geld wegen der verpassten Qualifikation für den UEFA-Cup. Und den Ausbau des Fritz-Walter-Stadions für die WM 2006 wollte der Verein mit rund 20 Millionen (mit-)finanzieren: "Damit haben wir uns schwer übernommen", sagte Jäggi, der nun die dafür nötigen Bankkredite einholen soll. Insgesamt kostet der Stadionausbau 47,5 Millionen Euro.

Über die kritische sportliche Situation des Tabellenletzten verlor Jäggi nur wenig Worte: "Das Kader können wir wegen der finanziellen Situation nicht verstärken. Aber unser Potenzial reicht für den Klassenerhalt." Wichtig sei, dass nun die verletzten und kranken Spieler bald zurückkehren, und dass alle im Umfeld Trainer Eric Gerets den Rücken stärkten. Zu den zuletzt abwesenden Akteuren zählte auch Ciriaco Sforza, um den es seit seiner Ankunft Mitte August einigen Wirbel gab. "Es wäre zu einfach, Ciriaco für die sportliche Misere verantwortlich zu machen. Er soll nun in Ruhe fit werden, dann kann er der Mannschaft helfen."

(mk/sda)