KMU
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KMU im Aufschwung: 2021 wurde zum Jahr der Erholung und des Wachstums

Donnerstag, 26. Oktober 2023 / 15:10 Uhr
aktualisiert: 16:58 Uhr

Die Schweizer Wirtschaft wird von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) getragen. Im Jahr 2021 boten die KMU rund 3,1 Millionen Menschen einen Arbeitsplatz. Das sind 64 000 mehr als im Jahr 2020. In den letzten zehn Jahren ist der Anteil der Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten gestiegen, während der Anteil der Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten gesunken ist.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erhalten die Schweizer Wirtschaft am Leben.

Besonders stark zugenommen haben die KMU im Gesundheitswesen. Bei den Warenexporten und -importen sind die KMU in multinationalen Gruppen am erfolgreichsten. Dies sind einige Erkenntnisse aus der Publikation «Porträt der Schweizer KMU» des Bundesamtes für Statistik (BFS).

Das BFS erstellt jedes Jahr auf Basis der Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) ein Porträt der Schweizer KMU. Die diesjährige Publikation enthält neue Kapitel, unter anderem zum Gewicht der KMU in multinationalen Gruppen in der Schweiz und zu ihrer Rolle im Aussenhandel.

Wachstum erholt sich im Jahr 2021

2021 gab es in der Schweiz fast 610 000 marktwirtschaftliche Unternehmen mit insgesamt rund 4,63 Millionen Beschäftigten. Davon waren 99,7% Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten, also KMU. Mehr als zwei Drittel aller Beschäftigten (66,9%) arbeiteten in einem KMU. Im Vergleich zu 2020 gab es rund 110 000 Beschäftigte und über 9000 Unternehmen mehr. Damit wurde nach dem Rückgang im Jahr 2020, als bei beiden Variablen zum ersten Mal seit Einführung der STATENT ein Minus verzeichnet wurde, wieder Wachstum erzielt.

Der Anstieg von 2021 betraf sowohl die Grossunternehmen (+3,0% bei den Unternehmen und +3,1% bei den Beschäftigten) als auch die KMU (+1,5% bei den Unternehmen und +2,1% bei den Beschäftigten). Die positive Entwicklung ist umso bemerkenswerter, als die wirtschaftlichen Einschränkungen und gesundheitspolitischen Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie im Jahr 2021 weiterhin bestanden.

Die Branche «Gesundheits- und Sozialwesen» hat in den letzten zehn Jahren die meisten neuen Stellen geschaffen

2021 waren die meisten Menschen im verarbeitenden Gewerbe (686 464 Stellen) und im Handel (657 326 Stellen) beschäftigt. Diese beiden Wirtschaftszweige hatten schon 2011 die meisten Beschäftigten, haben aber an Bedeutung verloren. Im Gegensatz dazu hat die Branche «Gesundheits- und Sozialwesen» zwischen 2011 und 2021 den grössten absoluten Zuwachs an Beschäftigten verzeichnet. Mit mehr als 151 000 neu geschaffenen Stellen ist die Branche 2021 auf 644 552 Beschäftigte angewachsen. Das sind 30 000 Stellen mehr als 2019 und 12 989 mehr als 2020. Dies zeigt, wie wichtig das Gesundheits- und Sozialwesen während der Covid-19-Pandemie war.

Eine genauere Analyse der jüngsten Entwicklung zeigt, dass der Anstieg der Beschäftigung im Gesundheits- und Sozialwesen 2021 vor allem auf den Bereich «Gesundheitswesen» zurückgeht (NOGA 86: +11 745). Drei Viertel dieses Wachstums sind auf die KMU zurückzuführen (+8890 Beschäftigte). Sie haben vor allem bei den «Aktivitäten der Krankenpflege, Hauspflege» (NOGA 869003: +2823), den «Arztpraxen für Allgemeinmedizin» (NOGA 8621: +1172), den «Facharztpraxen» (NOGA 8622: +952) und der «Physiotherapie» (NOGA 869002: +801) mehr Beschäftigte eingestellt. Diese Entwicklung spiegelt die Dynamik der KMU wider, die immer mehr im Bereich der personenbezogenen Dienstleistungen aktiv sind. Das restliche Viertel des Beschäftigungswachstums im Wirtschaftszweig «Gesundheitswesen» entfällt auf die Grossunternehmen (+2855), die vor allem bei den «Krankenhäusern» mehr Personal beschäftigt haben.

Die meisten Schweizer KMU (94,8%) sind unabhängig und gehören keiner Unternehmensgruppe an. Nur ein kleiner Teil der KMU ist in eine Gruppe eingebunden. Diese Gruppen können rein national oder multinational sein, mit Schweizer oder ausländischer Führung. Die Beschäftigung in den gruppenangehörigen KMU hat sich seit 2014 je nach Gruppentyp sehr unterschiedlich entwickelt. Während die nationalen Gruppen einen Rückgang verzeichneten (-1,5%), wuchsen die multinationalen Schweizer Gruppen stark (+24,2%).

Die ausländischen multinationalen Gruppen haben zwar nur wenige KMU (1,3%) und Beschäftigte (4,6%) in der Schweiz, aber einen hohen Anteil am Warenhandel (18,6%). Das entspricht mehr als der Hälfte des Handelsvolumens aller Schweizer KMU. Diese KMU sind also sehr aktiv im internationalen Warenhandel und erzielen pro Stelle ein durchschnittliches Handelsvolumen von rund 500 000 Franken, verglichen mit 32 000 Franken für die anderen KMU.#

Zusätzliche Informationen in Form von Tabellen und Grafiken:
KMU haben sich 2021 erholt (PDF, 6 Seiten, 558 kB)
(fest/news.ch)