PAPSTTUM
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Katholische Kirche befürchtet mehr Austritte in der Schweiz

Freitag, 6. Februar 2009 / 17:46 Uhr
aktualisiert: 20:57 Uhr

Bern - Nach der umstrittenen Aufhebung der Exkommunikation von vier erzkonservativen Bischöfen rechnet die katholische Kirche in der Schweiz mit mehr Austritten. Bischof Kurt Koch stellte in einem offenen Brief kritische Fragen an den Vatikan.

Wer aus der Kirche austrete, trage den Entscheid meistens lange mit sich herum.

Nach umstrittenen Entscheiden des Papstes häuften sich die Austritte jeweils, sagte Walter Müller, Sprecher der Schweizerischen Bischofskonferenz, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Das werde wahrscheinlich auch diesmal so sein. Für konkrete Zahlen sei es aber noch zu früh.

Die Landeskirchen rechnen sogar damit, dass nach der Annäherung des Vatikans an die Bruderschaft St. Pius X. die Zahl der Austritte besonders hoch ausfallen wird. «Diesmal wird es schlimmer», sagte Guido Saxer, Synodalverwalter der Landeskirche Luzern. Der jüngste Entscheid des Papstes verstehe nun wirklich niemand.

Gleich tönt es aus Zürich. Der Sprecher der römisch-katholischen Landeskirche, Aschi Rutz, sagte es so: «Das ist wohl der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.» In einer Umfrage hätten einzelne Kirchgemeinden bereits jetzt bestätigt, dass es zu mehr Austritten gekommen sei.

Dass es an der Basis brodelt, spüren offenbar die Bischöfe. Am Donnerstag hatte der St. Galler Bischof Markus Büchel in einem offenen Brief die Pius-Bruderschaft sowie die zögerliche Haltung des Papstes kritisiert.

Auch der Basler Bischof Kurt Koch hat einen offenen Brief geschrieben. In diesem persönlichen Schreiben «an die Gläubigen» bezeichnete Koch die Situation, in der sich die katholische Kirche befinde, als «schwierig».

(smw/sda)


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