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Kegelrobben grausam getötet

Samstag, 6. November 2004 / 15:16 Uhr

London - Vor der westirischen Küste sind nach britischen Medienberichten etwa 60 Kegelrobben auf grausame Weise getötet worden. Darunter waren 44 Jungtiere, die zum Teil erst wenige Tage alt waren.

Die Zahl der Kegelrobben sinkt beängstigend.

Der gesamte Nachwuchs der Kolonie sei umgekommen, sagte die Robbenschützerin Pauline Beades in einem Bericht der Zeitung The Independent. Es bricht einem das Herz, sagte sie dem britischen Blatt weiter.

Wie die Times berichtete, werden Fischer als Täter vermutet. Die in Irland unter Schutz stehenden Kegelrobben können an einem Tag fünf Prozent ihres Körpergewichts an Fisch fressen.

Nach Angaben einer irischen Aufzuchtstation wurden die Robben zum Teil erschossen, zum Teil mit Steinen erschlagen. In einigen Fällen hätten die Täter Nägel in die Köpfe getrieben oder die Tiere aufgeschlitzt.

Ich bin schockiert und angewidert, sagte der irische Umweltminister Dick Roche. Das grausame und barbarische Abschlachten dieser Robben macht die Gesellschaft weniger menschlich.

Illegale Robbentötungen kommen in Irland regelmässig vor. Da die Tiere zum Teil auf den Meeresboden sinken, ist das Ausmass schwer abzuschätzen. Die Robbenschützerin Beades sagte, die Zahl der Kegelrobben auf den unbewohnten Blasket-Inseln sinke schon seit Jahren, und natürliche Ursachen dafür seien nicht ersichtlich. In ganz Irland gibt es etwa 1800 Kegelrobben.

(rr/sda)