KOMMUNIKATION
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Konsultation zum drahtlosen Breitbandanschluss gestartet

Donnerstag, 31. März 2005 / 08:10 Uhr
aktualisiert: 08:48 Uhr

Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) hat die öffentliche Konsultation zu einer möglichen Konzessionsvergabe für den drahtlosen Breitbandanschluss (Broadband Wireless Access oder BWA) eröffnet.

Interessierte Unternehmen haben jetzt bis zum 30. April die Möglichkeit, in einer Stellungnahme ihre Bedürfnisse und Absichten darzulegen. Die öffentliche Konsultation dient als Vorbereitung eines entsprechenden Konzessions-Ausschreibungsverfahrens. Basierend auf den Ergebnissen der Konsultation wird das BAKOM der Eidgenössischen Kommunikationskommission (ComCom) bis zum Sommer Vorschläge für das weitere Vorgehen unterbreiten.

Um die Bedürfnisse und Absichten der betroffenen Kreise abzuklären, hat das Bundesamt einen Fragebogen zu verschiedenen Themen erstellt: Marktentwicklung, Frequenzaufteilung, Umweltschutz, Vergabeverfahren und Rahmen der Konzessionen. Parallel zum Fragebogen publiziert das BAKOM einen Bericht mit Informationen über die Technologie, die Frequenzsituation und die Voraussetzungen für eine allfällige Erteilung von BWA-Konzessionen. Die eingegangenen Antworten werden es unter anderem erlauben, die Zahl möglicher Konzessionen, die Bandbreite je Konzession und das Ausschreibungsverfahren (Auktion oder Kriterienwettbewerb) festzulegen.

BWA steht für verschiedene drahtlose Zugangstechnologien

Unter BWA versteht man den drahtlosen Breitbandanschluss an ein Fernmeldenetz zum Beispiel für den Zugang zum Internet. BWA ist eine allgemeine Bezeichnung für verschiedene drahtlose Zugangstechnologien wie WLL (Wireless Local Lopp), FBWA (Fixed Broadband Wireless Access) oder MBWA (Mobile Broadband Wireless Access). WiMAX (WiMAX-Forum) und HiperMAN (ETSI) sind die diesen Technologien entsprechenden "Marken".

Das WiMAX-Forum (Worldwide Interoperability for Microwave Access Forum,) ist eine nicht gewinnorientierte Vereinigung von Geräte- und Komponenten-Herstellern. Ihr Ziel ist es, die Verwendung von mit dem Standard IEEE 802.16 konformen Geräten durch die Betreiber von drahtlosen Breitbandzugangssystemen zu fördern und die Kompatibilität und Interoperabilität der Geräte sicherzustellen.

In dieser Hinsicht ist die Philosophie von WiMAX mit jener der Wi-Fi Alliance vergleichbar, welche den Einsatz des Standards IEEE 802.11 für die drahtlosen lokalen Netze (LAN) anstrebt. Für den Aufbau einer Infrastruktur mit Hilfe der genannten Technologien werden grundsätzlich Frequenzen im 3,5-GHz-Band (gegenwärtig teilweise durch WLL-Konzessionen belegt) oder im 5,7-GHz-Band (derzeit nicht verfügbar) genutzt. Diese Frequenzbänder entsprechen zwei der drei vom WiMAX-Forum definierten Profile.

Ausschreibung für zweite Jahreshälfte vorgesehen

Die Konzessionen für den drahtlosen Teilnehmeranschluss nach dem Standard WiMAX will die ComCom nach den Konsultationen in der zweiten Hälfte dieses Jahres ausschreiben. Mit den Lizenzen können Unternehmen Breitbandlösungen mit eigenen Anschlüssen anbieten. Dies könnte insbesondere in den Marktbereichen attraktiv sein, die noch nicht oder über nur wenige Breitbandangebote verfügen, so zum Beispiel in schlecht mit ADSL erschlossenen Randregionen oder für Betreiber, die nicht selbst über einen flächendeckenden Zugang zu einer Breitbandinfrastruktur verfügen.

(Björn Brodersen/teltarif.ch)


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