GESUNDHEIT
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Krankenschwestern fechten Todesurteile an

Samstag, 17. Februar 2007 / 21:48 Uhr

Tripolis - Die in Libyen zum Tode verurteilten bulgarischen Krankenschwestern sind nach Angaben der Anwälte vor dem Obersten Gericht in Berufung gegangen. Alle Möglichkeiten sind damit ausgeschöpft.

Muammar Gaddafi sei gegen Hinrichtungen.

Das Gericht werde voraussichtlich in zwei bis drei Monaten eine Entscheidung fällen.

Der ebenfalls zum Tode verurteilte, palästinensische Arzt habe bereits am Donnerstag die entsprechenden Unterlagen für eine Anfechtung der international scharf kritisierten Urteile eingereicht.

Ein libysches Gericht hatte im Dezember die Todesstrafe gegen die sechs Ausländer verhängt, weil sie hunderte libysche Kinder wissentlich mit dem HI-Virus infiziert haben sollen.

Von Anfang an sprachen allerdings überwältigende wissenschaftliche Beweise für die Unschuld der Mediziner.

Epidemie begann schon früher

Laut anerkannten Aids-Experten hatte die HIV-Epidemie in dem afrikanischen Land bereits begonnen, bevor die sechs Ausländer vor acht Jahren nach Libyen kamen.

Doch auch massiver internationaler Druck hat bislang nichts an der Haltung der libyschen Führung geändert.

Vor kurzem hatte jedoch der Sohn von Staatschef Muammar Gaddafi gesagt, Libyen werde die bulgarischen Krankenschwestern und den palästinensischen Arzt nicht hinrichten. Auch sein Vater sei gegen die Hinrichtungen.

Schadenersatz gefordert

Die Familien der infizierten Kinder fordern von Bulgarien zehn Millionen Euro (16 Millionen Franken) Entschädigung pro Kind. Nach islamischen Recht würde dies den Familien erlauben, den Krankenschwestern zu verzeihen.

Bulgarien, die EU und die USA haben einen internationalen Hilfsfonds eingerichtet, der die Kosten für Behandlung, Arznei und andere Hilfsmittel für die betroffenen Familien übernehmen soll.

Die Zahlung von Entschädigungen lehnt die Regierung in Sofia jedoch ab, da dies einem Schuldeingeständnis gleichkomme.

(rr/sda)


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