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Lettland stimmt deutlich für den EU-Beitritt

Sonntag, 21. September 2003 / 10:26 Uhr
aktualisiert: 10:50 Uhr

Riga - Die Europäische Union kann wie geplant zum 1. Mai 2004 um zehn Staaten erweitert werden: Als letztes der Kandidatenländer hat sich Lettland bei einem Volksentscheid für die EU-Mitgliedschaft ausgesprochen.

Die lettischen Regierungsmitglieder sind froh über den EU-Beitritt.

67 Prozent der Wählerinnen und Wähler in dem baltischen Staat stimmten dem EU-Betritt zu. Dieses vorläufige Endergebnis gab die Wahlkommission in Riga bekannt. Die Wahlbeteiligung lag bei 72,5 Prozent.

Staatspräsidentin Vaira Vike-Freiberga zeigte sich hocherfreut über das deutliche Ergebnis: Das ist ein Erfolg für das ganze lettische Volk. Sie sei sicher, dass wir den Schritt in die EU nicht bereuen werden.

Regierungschef Einars Repse begrüsste den Ausgang des Referendums als verantwortungsvollen Entscheid der Bürger. Aussenministerin Sandra Kalniete kündigte an, ihr Land werde eine konstruktive und aktive Rolle in der Union suchen.

Der lettische Volksentscheid war der letzte in der Reihe von Referenden in die EU-Kandidatenländern. Die Union will sich zum 1. Mai 2004 um Lettland, Estland, Malta, Slowenien, Ungarn, Litauen, Polen, Tschechien, Zypern und die Slowakei erweitern.

Überschattet wurde das parteiübergreifend als historisch eingestufte lettische Votum von einer Regierungskrise. Diese brach gleichzeitig mit den ersten Ergebnissen des Referendums auf.

Ministerpräsident Repse muss den Zusammenbruch seiner Vier-Parteien-Koalition befürchten. Der Bündnispartner Erste Partei entzog ihm das Vertrauen. Lettland steht unter Repse vor einer Diktatur, sagte Eriks Jekabsons, Vorsitzender der Ersten Partei.

(rr/sda)


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