Leuthard wird von SVP, SP und FDP unterstützt Mittwoch, 7. Juni 2006 / 18:40 Uhr
Bern - Doris Leuthard hat die Unterstützung von SVP, SP und FDP für die Bundesratswahl am 14. Juni.
 Für Doris Leuthard ist die Bahn frei.
Die unbestrittene Kandidatin musste für die Nachfolge von Bundesrat Joseph Deiss zu Anhörungen vor den Fraktionen antraben.
Die SVP unterstützt die 43-jährige Aarauer CVP-Nationalrätin und CVP- Parteipräsidentin ohne Gegenstimme und mit ein paar Enthaltungen, wie Pressesprecher Roman Jäggi auf Anfrage sagte. Der Sitzanspruch der CVP werde von der SVP nicht bestritten, und Leuthard als einzige Kandidatin ebenfalls nicht.
«Eine Auswahlsendung wäre allerdings aus Sicht der SVP für jede Partei komfortabler», setzte Jäggi hinzu. Die Positionen Leuthards hätten die SVP zu 50 Prozent zufrieden gestellt. Aber das liege weniger an Leuthard als an ihrer Partei.
In der Asyl- und Ausländerpolitik liege sie auf der Linie der SVP. Dagegen habe sie in der Sicherheitspolitik und zum Verhältnis der Schweiz zur EU ausweichende Antworten gegeben. Auch in der Finanzpolitik habe sie nicht sehr aussagekräftig geantwortet.
Klare Stimmung bei der FDP
Die grosse Mehrheit der FDP-Fraktion wird Leuthard die Stimme geben, wie Fraktionschef Felix Gutzwiller am Abend nach dem Hearing vor Medienvertretern mitteilte. Die Stimmung sei so klar gewesen, dass man auf eine Auszählung verzichtet habe.
«Unter Umständen» hätten die Freisinnigen einen Doppelvorschlag vorgezogen, «doch wir verstehen die Beweggründe der CVP», sagte er. Die FDP erwarte von Leuthard eine bürgerliche Verstärkung der Landesregierung. In Sachen Liberalisierung und Sanierung des Sozialstaates hoffe sie auf eine gewisse Kurskorrektur.
SP ohne Spielchen
Die SP wird nach Auskunft von Fraktionschefin Hildegard Fässler «keine Spielchen spielen» und Doris Leuthard wählen. Die CVP- Kandidatin habe vor der Fraktion einen kompetenten Auftritt gehabt. Die SP werde sie künftig daran erinnern können, was sie auf die einzelnen Fragen geantwortet hat.
Laut SP plädierte Leuthard unter anderem für die Beibehaltung der Monopolgrenze von 100 Gramm bei der Post. Sie habe sich für den Moment klar gegen den Bau eines neuen KKW geäussert.
(fest/sda)
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