Libanesische Opposition gewinnt Nachwahlen Montag, 6. August 2007 / 07:03 Uhr aktualisiert: 07:44 Uhr
Beirut - Im Libanon hat die Opposition bei Nachwahlen zu einem Parlamentssitz einen Sieg errungen. Nach offiziellen Angaben schlug der Oppositionskandidat Camille Churi in der heftig umstrittenen Wahl den früheren Präsidenten des Landes, Amin Gemayel.
 Nach Auseinandersetzungen zwischen Anhängern schritt Militär ein.
Dies teilte Innenminister Hassan Sabeh am Montag nach stundenlangem Streit um die Auszählung mit. Offiziellen Ergebnissen vom Sonntag zufolge lag Churi mit lediglich 418 von 79'000 abgegebenen Stimmen vor Gemayel. Der Urnengang in dem von Christen bewohnten Wahlkreis war von 3000 Polizisten gesichert worden.
Churi ist Kandidat der «Freien Patriotischen Bewegung» (CPL) des Christengenerals Michel Aoun, der sich im vergangenen Jahr mit der schiitischen Hisbollah-Miliz verbündet hatte. Er folgt damit als Abgeordneter auf den im November ermordeten Industrieminister Pierre Gemayel.
Christen gespalten
Dessen Vater Amin will sich trotz der Niederlage am Sonntag bei den Präsidentschaftswahlen im September erneut um das höchste Staatsamt bewerben, das aufgrund der konfessionellen Verfassung des Landes stets mit einem maronitischen Christen besetzt wird.
Zwischen den zerstrittenen Gruppen der christlichen Minderheit im Libanon droht nun ein erbitterter Kampf, da auch Aoun Präsident werden will.
Massive Polizeipräsenz
Die Nachwahl für einen zweiten Parlamentssitz in Beirut gewann ein Pro-Regierungs-Kandidat. Die Abstimmungen waren notwendig geworden, weil zwei anti-syrische Abgeordnete erschossen worden waren.
Trotz der massiven Polizeipräsenz kam es Norden Beiruts zu Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der beiden Lager. Das Militär schritt ein. Zwei Menschen wurden verletzt.
(ht/sda)
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