Litwinenko-Kontaktmann Scaramella festgenommen Sonntag, 24. Dezember 2006 / 16:48 Uhr aktualisiert: 25. Dezember 2006 / 08:01 Uhr
Rom - Mario Scaramella, der Kontaktmann des getöteten Kreml-Kritikers Alexander Litwinenko, ist festgenommen worden. Italienische Fahnder nahmen den 36-Jährigen auf dem Flughafen Neapel bei seiner Ankunft aus London fest.
 Mario Scaramella, suspekter italienischer Geheimdienstexperte.
Er solle nach Rom gebracht werden, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Die römische Staatsanwaltschaft ermittle gegen Scaramella wegen Waffenhandels und Geheimnisverrats.
Scaramella hatte sich mit dem ehemaligen russischen Agenten Litwinenko Anfang November in einer Londoner Sushi-Bar getroffen, wo dieser von Unbekannten mit radioaktivem Polonium verseucht wurde. Drei Wochen später war er tot.
Geringere Strahlendosis erhalten
Auch Scaramella musste später wegen Kontaminierung ein Londoner Spital aufsuchen. Er hatte aber eine weitaus geringere Strahlendosis erhalten und konnte das Spital Anfang Dezember verlassen.
Italienische Medien beschreiben Scaramella als «Schattenmann» im Zwielicht von Geheimdiensten, Kriminalität und Politik. Bereits in der Vergangenheit hatten die Behörden gegen ihn wegen Waffenhandels ermittelt. Warum er Kontakt zu Litwinenko hatte, ist unklar.
Berater einer Untersuchungskommission
Angeblich hatte Scaramella die Kontakte als Berater einer Untersuchungskommission des römischen Parlaments geknüpft. Diese war von der Regierung unter Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi eingesetzt worden, um Verwicklungen des russischen Geheimdienstes KGB in Italien während des Kalten Krieges aufzudecken.
Kritiker meinen, das wahre Ziel der Kommission sei es gewesen, dem heutigen Ministerpräsidenten Romano Prodi «Schmutz anzuhängen».
(fest/sda)
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