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Margaret Hassan hingerichtet

Mittwoch, 17. November 2004 / 11:18 Uhr
aktualisiert: 15:38 Uhr

London/Bagdad - Die vor vier Wochen im Irak entführte Landeschefin der Hilfsorganisation Care, Margaret Hassan, ist höchstwahrscheinlich tot. Das bestätigte der britische Aussenminister Jack Straw in London.

Margaret Hassan hatte ihr Leben in den Dienst Bedürftiger gestellt.

Experten seines Ministeriums hatten zuvor ein dem arabischen Nachrichtensender El Dschasira zugespieltes Video analysiert, auf dem zu sehen ist, wie eine Frau erschossen werde. Premierminister Tony Blair sprach der Familie Hassans sein Mitgefühl aus.

Als Ergebnis unserer Analyse mussten wir heute Margaret Hassans Familie traurigerweise darüber informieren, dass wir jetzt glauben, dass sie wahrscheinlich ermordet wurde, sagte Straw.

Ihr Leben lang für das Wohl der Iraker gearbeitet

Es ist widerlich, ein solches Verbrechen an einer Frau zu begehen, die fast ihr ganzes Leben lang für das Wohl der irakischen Bevölkerung gearbeitet hat, sagte er weiter. Hassan wäre die erste ausländische Frau, die von Geiselnehmern im Irak getötet wurde.

Die 59-jährige langjährige Leiterin der Hilfsorganisation Care International im Irak war am 19. Oktober in Bagdad auf dem Weg zur Arbeit entführt worden. Die in Dublin geborene Frau ist mit einem Iraker verheiratet und hat die britische und die irakische Staatsbürgerschaft.

Familie will die Leiche

In einer Stellungnahme der Familie Hassans hiess es: Unsere Herzen sind gebrochen. Wir haben gehofft, solange wir konnten, aber jetzt müssen wir akzeptieren, dass Margaret möglicherweise von uns gegangen ist. Margret Hassans Ehemann, Tahsin Hassan, apellierte an die Entführer, ihm die Leiche seiner Frau zu übergeben.

Die Hilfsorganisation Care reagierte mit tiefer Trauer auf die Nachricht und hob hervor, dass Hassan mit Mut, Ausdauer und aussergewöhnlichem Engagement 17 Millionen Irakern in den schwierigsten Lebensumständen beigestanden und geholfen habe.

Inzwischen haben US-Soldaten und eine irakische Spezialeinheit im so genannten Todesdreieck südlich von Bagdad eine irakische Geisel befreit.

Wie die US-Armee berichtete, entdeckten sie den Lastwagenfahrer bei einer Razzia nahe Mahmudija. Der irakische Fahrer erklärte, seine Entführer hätten ihm vorgeworfen, er arbeite für die ausländischen Truppen.

(fest/sda)


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