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Mildere Forderung an Chávez

Donnerstag, 26. Dezember 2002 / 08:05 Uhr
aktualisiert: 09:03 Uhr

Caracas - Nach dreieinhalbwöchigem Generalstreik hat die Opposition in Venezuela ihre Forderung nach einem sofortigen Rücktritt von Präsident Hugo Chávez offenbar abgemildert.

Venezuelas Präsident Hugo Chávez

Chávez solle zurücktreten, wenn er ein für den 2. Februar geplantes Referendum verliere, sagte Oppositionsführer Carlos Ortega am Mittwoch in Caracas. Die massiven Proteste und ein 24 Tage dauernder Generalstreik hätten eindeutig gezeigt, dass die Bevölkerung den Rücktritt von Chávez wolle.

Er sei zuversichtlich, dass dies auch in dem Referendum deutlich werde. Chávez solle dies akzeptieren und im Falle seiner Niederlage binnen 30 Tagen Neuwahlen ausrufen, sagte Ortega.

Bereits zu Beginn des Ausstands hatte die Opposition ein Referendum vorgeschlagen. In den vergangenen Wochen war sie jedoch von dieser Forderung abgerückt und hatte den sofortigen Rücktritt von Chávez verlangt. Für den Präsidenten kommt die Volksabstimmung jedoch nicht vor August 2003 in Frage.

Laut Verfassung muss er zurücktreten, wenn ein entsprechender Antrag nach der Hälfte seiner Amtszeit in einem Referendum von einer Mehrheit der Wähler gefordert wird.

Der seit dem 2. Dezember andauernde Generalstreik hat die Ölindustrie des Landes weitgehend lahm gelegt. Venezuela ist der fünftgrösste Erdölexporteur der Welt. Grösster Abnehmer sind die USA.

(pt/sda)