Millionen Muslime beten am Berg Arafat Freitag, 29. Dezember 2006 / 12:07 Uhr aktualisiert: 18:22 Uhr
Mekka - Am zweiten Tag der islamischen Pilgerfahrt Hadsch haben mehr als zwei Millionen Muslime am Berg Arafat gebetet. An der Stelle ausserhalb von Mekka soll der Prophet Mohammed vor etwa 1370 Jahren seine letzte Predigt gehalten haben.
 Auf dem Berg Arafat habe der Prophet Mohammed seine letzte Predigt gehalten.
Grossmufti Scheich Abdulasis al-Scheich rief auf dem Hochplateau im Westen Saudi-Arabiens die Muslime zur Einigkeit auf. Er warnte davor, die fünftägige Pilgerfahrt als politische Demonstration zu missbrauchen. Dazu seien die Riten des Hadsch nicht da.
«Die Welt ist voller hasserfüllter Parolen von Parteien und Nationalisten», sagte der Grossmufti am Berg nahe der heiligen Stadt Mekka. Und: «Alles was wir sehen, sind Kämpfe, Blut und Terrorismus als Resultat irriger ideologischer Kämpfe.»
Die männlichen Pilger trugen bei den Zeremonien die traditionelle Kleidung aus zwei weissen, ungenähten Tüchern. Diese werden ihnen der Tradition gemäss als Grabtuch dienen. Frauen müssen sich bei der Pilgerfahrt ganz verhüllen, nur das Gesicht und ihre Hände bleiben frei.
Unterdessen erhielt die Kaaba, der würfelförmige heilige Schrein in der Grossen Moschee von Mekka, ihre neue Hülle. Sie ist aus reiner Naturseide und mit einem Spruchband mit Gold-gestickten Koranversen versehen.
Symbolische Steinigung dreier Stelen
Zum Sonnenuntergang sollten sich die Pilger im Musdalifa-Tal versammeln, das einige Kilometer vom Berg Arafat entfernt liegt. Dort verbringen sie die Nacht. Wegen eines Temperatursturzes erliess der Grossmufti eine Fatwa, die den Pilgern den Gebrauch von Tüchern für die Nacht erlaubte.
Am Samstagmorgen sollte in Mina der gefährlichste Teil der Pilgerreise beginnen: die symbolische Steinigung dreier Stelen, die für den Teufel stehen. In den vergangenen Jahren waren dabei hunderte Menschen zu Tode getrampelt worden. Allein im vergangenen Januar kamen 364 Menschen bei einer Massenpanik ums Leben; 2004 wurden 251 Pilger zu Tode getrampelt.
Aus dem Ausland reisten dieses Jahr der Regierung Saudi-Arabiens zufolge über 1,6 Millionen Pilger aus 187 Nationen ein. Gut die Hälfte von ihnen waren Männer.
(smw/sda)
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