PARLAMENT
Anzeige
Nationalratsmotion zum Vaterschaftsurlaub abgelehnt

Mittwoch, 19. Dezember 2007 / 17:43 Uhr

Bern - Der Ständerat will keinen gesetzlich vorgeschriebenen Vaterschaftsurlaub, der über die Erwerbsersatzordnung (EO) finanziert wird. Er hat eine Nationalratsmotion mit 21 zu 13 Stimmen abgelehnt und damit erledigt.

Die Frage nach dem Vaterschaftsurlaub solle weiter zwischen den Sozialpartnern geregelt werden. (Archivbild)

Die Motion war in der Gleichstellungsdebatte des Nationalrates im März mit 78 zu 74 Stimmen angenommen worden, was die Ratslinke damals als Durchbruch gefeiert hatte.

Der Bundesrat hatte den Vorstoss von Roger Nordmann (SP/VD) nicht entgegennehmen und den Vaterschaftsurlaub den Sozialpartnern überlassen wollen.

Für Bundesrat Pascal Couchepin hat der Urlaub keine Priorität, seien doch wichtigere Anliegen zu realisieren, so die Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder die steuerliche Entlastung der Familien.

Hinzu komme, dass die EO aus dem Gleichgewicht käme, kostete doch ein dreiwöchiger Urlaub jährlich 200 Millionen Franken.

Wünschbar, aber nicht nötig

Wie Erika Forster (FDP/SG) namens der Mehrheit der Sozialkommission (SGK) ausführte, wäre der Vaterschaftsurlaub nach der Geburt eines Kindes zwar wünschbar, aber nicht nötig. Die Finanzierung aus der EO bedingte eine weitere Erhöhung des Beitragssatzes.

Für viele kleine und mittlere Betriebe wäre es zudem schwierig, die ausfallende Arbeitsleistung zu kompensieren, sagte Forster.

Im Übrigen stehe es den Betrieben frei, ihren Arbeitnehmern Vaterschaftsurlaub zu gewähren. Daher sollte diese Frage weiterhin zwischen den Sozialpartnern geregelt werden.

(rr/sda)


Artikel-Empfehlungen:

Immer mehr Unternehmen führen Vaterschaftsurlaub ein23.Dez 23:23 Uhr
Travail.Suisse fordert sechs Wochen Ferien für alle15.Dez 10:55 Uhr
Doppelt soviel Vaterschaftsurlaub in Zürich31.Okt 19:23 Uhr
Bundesverwaltung gewährt längeren Vaterschaftsurlaub29.Aug 14:27 Uhr