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Neue Vorwürfe gegen Roman Polanski

Samstag, 15. Mai 2010 / 08:05 Uhr
aktualisiert: 09:56 Uhr

Los Angeles - Neue Vorwürfe gegen Starregisseur Roman Polanski: Die jetzt 42 Jahre alte britische Schauspielerin Charlotte Lewis sagte in Los Angeles, dass sie als Teenager von Polanski missbraucht wurde.

Charlotte Lewis in «Hey DJ» (2004).

Polanski habe sie Anfang der 80er Jahre «auf die schlimmste Art und Weise sexuell missbraucht». Er habe gewusst, dass sie erst 16 Jahre alt gewesen sei, als er sich ihr in seiner Pariser Wohnung «aufgezwungen» habe.

«Alles, was ich will, ist Gerechtigkeit», sagte Lewis, ohne Details zu dem Vorfall vor fast 30 Jahren zu nennen. Das Wort «Vergewaltigung» mied sie.

Es sei «sehr wichtig», dass die Staatsanwaltschaft und die Schweizer Behörden diese Information hätten, wenn sie über Polanskis Schicksal entschieden, sagte die 42-Jährige an der Seite ihrer Anwältin Gloria Allred weiter.

Polanski soll als Sextäter zur Rechenschaft gezogen werden

Gemäss Allred ist ihre Mandantin willig, unter Eid auszusagen. Polanski müsse als Sextäter zur Rechenschaft gezogen werden, sagte die Anwältin. Die Vorwürfe von Lewis könnten in dem laufenden Verfahren gegen den Oscar-Preisträger eine wichtige Rolle spielen.

Georges Kiejman, ein Anwalt des Regisseurs, zeigte sich verblüfft über die Vorwürfe und drohte der britischen Schauspielerin mit rechtlichen Schritten, sollte sie ihre Aussagen wiederholen.

Es sei «ziemlich verwirrend», dass Lewis 1986 im Polanski-Film «Piraten» mitgespielt habe, fast drei Jahre nach den angeblichen Übergriffen, sagte der Anwalt dem französischen Fernsehsender i-Télé. Lewis hatte in dem Film des Starregisseurs eine kleinere Rolle.

Nach 42 Tagen geflohen

Roman Polanski ist seit über 30 Jahren in einen Vergewaltigungs-Prozess verwickelt. Auf Antrag der kalifornischen Staatsanwaltschaft war er im vorigen September in der Schweiz festgenommen worden und wartet auf seine Auslieferung an die USA.

Ein Berufungsgericht in Los Angeles hatte im April einen Antrag Polankis auf eine Verurteilung in Abwesenheit abgelehnt. Dem in Polen geborenen Filmemacher wird vorgeworfen, 1977 eine 13-Jährige in der Villa von Hollywoodstar Jack Nicholson mit Drogen gefügig gemacht und sie dann vergewaltigt zu haben.

Er bekannte sich damals schuldig und verbrachte 42 Tage in psychiatrischer Verwahrung, floh dann aber am Tag vor der offiziellen Strafverkündung aus Angst vor einer Haftverlängerung nach Frankreich und betrat die USA seitdem nie wieder.

Keine Unterstützung von Douglas

Rund ein Dutzend Filmemacher hatten zu Beginn des Festivals in Cannes am Dienstag eine Petition für ihren Kollegen veröffentlicht. Hollywood-Star Michael Douglas sagte dagegen, er werde diese Petition nicht unterzeichen.

«Ich bewundere Roman», sagte er dem französischen Sender RTL. «Aber das ist ein Problem, das intern geklärt werden muss.» Er als Amerikaner finde es «nicht richtig», eine Petition für jemanden zu unterzeichnen, der das Gesetz verletzt habe.

 

 

(fkl/sda)


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