HINTERGRUND
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Olympische Spiele: Vor Ort läuft (fast) alles nach Plan

Dienstag, 22. April 2008 / 08:19 Uhr

Am Sonntag sind in Peking die vorolympischen Testwettkämpfe im Schiessen zu Ende gegangen. Wenn diese nicht als Weltcup deklariert gewesen wären, hätte man sich bereits an den Olympischen Spielen gewähnt.

Auch das von den Schweizer Architekten Herzog&De Meuron entworfene Nationalstadion «Bird´s nest» hat seine Feuertaufe bestanden - mit den Geher-Wettbewerben.

Während ausserhalb Chinas die politischen Wogen im Zusammenhang mit dem Tibet hochgehen, ist vor Ort (fast) alles im grünen Bereich. Etwas mehr als 100 Tage vor der Eröffnung der Olympischen Spiele am 8. August läuft praktisch alles nach Plan.

Mehr als nur einen Schritt weiter sind die Vorbereitungen auf der Olympischen Schiessanlage, dem künftigen nationalen Schiesssportzentrum Chinas.

Nur ein technischer Defekt

Wer schon mehrere Olympischen Spiele erlebt hat, sei es im Sommer oder im Winter, geriet an den 15, über neun Tage verteilten olympischen Schiesswettbewerben im Rahmen des Weltcups ins Staunen. Alles lief haargenau gleich ab wie an den Spielen -- angefangen von der Eingangskontrolle über die Ankündigung der Wettkämpfe bis hin zu den Siegerehrungen.

Es war mehr als eine Hauptprobe, viel eher olympische Wettbewerbe ausserhalb des Termins. Bei einem einzigen Wettkampf wurde der olympische Ablauf gestört, als ein Grossbildschirm in der Finalhalle den Dienst versagte. Solches kann freilich auch an «richtigen» Spielen passieren.

Zieht man Vergleiche mit anderen Olympia-Organisatoren, so fielen die Freundlichkeit und die Kompetenz des Sicherheitspersonals auf. Sprachliche Barrieren gab es, sofern man des Englischen mächtig ist, keine. Überall sind genügend Volunteers postiert, lauter Sprachstudenten von einer der zahlreichen Universitäten Pekings.

Bei früheren Olympischen Spielen im asiatischen Raum wie etwa 1998 in Nagano war das bei weitem nicht so. Auch in Japan hatte man genügend Manpower, aber die Volunteers waren weniger kompetent.

Motivierte Leute

Alle freiwilligen Helfer und auch die vom lokalen Organisationskomitee BOCOG angestellten Leute, die meisten Spezialisten in ihrem Bereich, sind hoch motiviert und wurden gut geschult; das lässt sich aus den Unterlagen ersehen, die sie zum Lernen erhalten hatten.

In Peking wird nichts dem Zufall überlassen. Die Eigenheit der Chinesen, einen eingegangenen Vertrag restlos zu erfüllen, wird an den Olympischen Spielen voll zum Tragen kommen. Daran zweifeln auch Schweizer Firmeninhaber in China nicht.

Die Chinesen wollen alle Vorgaben des Vertrags mit dem IOC, der 2001 nach der Vergabe der Spiele abgeschlossen wurde, erfüllen. Deshalb haben die meisten wenig Verständnis für die Protestaktionen während des olympischen Fackellaufs, die sie täglich auf dem Olympiakanal des Zentralchinesischen Fernsehens CCTV miterleben können -- manchmal vielleicht mit einer kleinen (politisch bedingten) Verspätung.

Testwettkämpfe zu Ende

Nachdem mit den Schiessbewerben, dem Synchronschwimmen und den Fechtwettbewerben eine ganze Reihe Testwettkämpfe zu Ende gegangen waren, rief BOCOG-Präsident Liu Qi während eines zwei Tage dauernden Drills die Sportstätten-Verantwortlichen zu weiteren Efforts auf.

Sie sollten auftauchende Probleme sofort lösen, den Sicherheitsfragen noch mehrt Beachtung schenken und ihre Untergebenen noch besser ausbilden, gab Liu im Wesentlichen zu verstehen.

Liu und der Pekinger Bürgermeister Guo Linjong wollen qualitativ hochstehende Spiele, die sportlich zu keinen Diskussionen Anlass geben. Das Motto «One World -- One Dream», das in der Innenstadt fast überall auf Plakaten und Leuchtreklamen zu lesen ist, soll organisatorisch und sportlich fehlerfrei umgesetzt werden.

(von Kurt Henauer, Peking/Si)


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