VIER PFOTEN
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Parkplatzverkäufe von Hunden ab heute verboten

Mittwoch, 1. Mai 2013 / 08:52 Uhr
aktualisiert: 15:06 Uhr

Zürich - Heute (1. Mai 2013) tritt das Tierseuchengesetz in Kraft, deren Änderungen die Schweizer Bevölkerung am 25. November 2012 per Volksentscheid angenommen hatte.

Die meisten Händler züchten die Hunde nicht selbst, sondern importieren sie billig aus Osteuropa.

Darunter auch der so genannte Hausierhandel. Er ist ab 1. Mai für alle Tiere verboten. Eine gängige Masche unseriöser Hundehändler ist damit ab heute illegal: Hunde dürfen nicht mehr aus dem Kofferraum auf Parkplätzen bzw. auf offener Strasse verkauft werden.

Die Kantone haben die Möglichkeit, gegen Parkplatzverkäufe von Hunden vorzugehen und Bussen bis zu 5000 Franken zu erlassen.

Die Tierschutzorganisation «Vier Pfoten» begrüsst dieses Verbot. «Dies ist ein erster wichtiger Schritt im Kampf gegen den illegalen Welpenhandel», freut sich Corinne Abplanalp, Kampagnenleiterin bei «Vier Pfoten» Schweiz. «Denn damit wird den Hundehändlern eine wichtige Verkaufsplattform genommen. Wir hoffen nun auf die Mithilfe aller Schweizerinnen und Schweizer und bitten sie, keine Parkplatzkäufe zu tätigen bzw. sofort die Polizei zu verständigen, sollten sie Zeuge eines Parkplatzverkaufs werden.»

43,9 Prozent der neu registrierten Hunde stammen aus dem Ausland

Der illegale Handel mit Hundewelpen, die aus dem Ausland stammen, hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Wie die im März veröffentlichte Statistik der Schweizer Hunde-Datenbank ANIS belegt, stammen 43,9 Prozent der 2012 in der Schweiz neu registrierten Hunde aus dem Ausland. Dies bedeutet einen Anstieg der importierten Hunde von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Zu Schnäppchenpreisen bieten zahllose dubiose Tierhändler auf Kleinanzeigeportalen im Internet Welpen aller Rassen an. Die meisten Händler züchten die Hunde nicht selbst, sondern importieren sie billig aus Osteuropa.

Welpen werden in Massenproduktions-Zentren geboren

In Ländern wie Ungarn, Rumänien, Tschechien oder der Slowakei werden Welpen in Massenproduktions-Zentren geboren, unter grausamen Bedingungen gehalten und schon nach wenigen Wochen von der Mutter getrennt.

«Die Händler gehen dabei häufig nach dem gleichen Schema vor», erklärt Corinne Abplanalp. «Haben sie über das Internet Käufer gefunden, zwängen sie die Welpen in enge Transportkisten in den Kofferraum eines Fahrzeugs und treffen sich mit den Interessenten auf anonymen Parkplätzen in Grenznähe, um die Welpen direkt aus dem Kofferraum zu übergeben.» Diese sind in der Regel nicht geimpft und werden leicht krank, in vielen Fällen sterben sie kurz nach dem Erwerb.

Trotz des neuen Gesetzes wird das Geschäft mit den kranken Welpen so lange weiter boomen, wie unseriöse Händler und Züchter Abnehmer für die Hunde haben. «Die Hundemafia wird Mittel und Wege finden, die Welpen weiter zu verkaufen», so Corinne Abplanalp. «Wir appellieren daher an alle Schweizerinnen und Schweizer: Bitte kaufen Sie keinesfalls einen Welpen über das Internet! Wir empfehlen Ihnen, in ein Tierheim zu gehen. Dort warten hunderte Tiere auf ein neues Zuhause. Wenn es denn unbedingt ein Züchter sein muss, dann achten Sie bitte darauf, dass es ein seriöser ist.»

 

(li/Vier Pfoten)


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