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Pinochet entlastet seine Familie

Donnerstag, 11. August 2005 / 11:35 Uhr
aktualisiert: 11:57 Uhr

Santiago de Chile - Nach der Verhaftung seiner Ehefrau und seines jüngsten Sohnes hat der frühere chilenische Diktator Augusto Pinochet die alleinige Verantwortung für Millionenkonten im Ausland übernommen.

Augusto Pinochet stellt sich vor seine Familie und die engsten Mitarbeiter. (Archiv)

"Ich stehe für alle Vorwürfe gerade, wegen derer der Richter Muñoz ermittelt, und bestreite jede Beteiligung meiner Frau, meiner Kinder und meiner engsten Mitarbeiter", schrieb der 89-Jährige am Mittwoch in einer Erklärung.

Zuvor waren seine Ehefrau Lucía Hiriart und sein jüngster Sohn Marco Antonio Pinochet Hiriart wegen des Vorwurfs der Beihilfe zur Steuerhinterziehung verhaftet worden.

Kaution von umgerechnet je 4600 Franken

Der zuständige Ermittlungsrichter Sergio Muñoz hatte jedoch die Aussetzung der Haftbefehle gegen Zahlung einer Kaution von umgerechnet je etwa 4600 Franken vorgeschlagen. Diese Entscheidung kann vom Berufungsgericht frühestens an diesem Donnerstag in Kraft gesetzt werden.

Muñoz ermittelt gegen Pinochet und dessen Familie wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit geheimen Konten mit Millionenbeträgen in den USA.

Pinochet wies die Vorwürfe erneut zurück. Bei den Geldern handle es sich um seine "Lebensersparnisse". Falls es Unklarheiten bei der Berechnung der Steuern gegeben haben sollte, seien die Beträge von seinen Rechtsanwälten nachgezahlt worden.

Frau Pinochet nicht harmlos

Lucía Hiriart soll Mithinhaberin einiger der ausländischen Konten sein. Sie selbst hat sich immer als Hausfrau beschrieben, die mit der Tätigkeit ihres Mannes nichts zu tun habe. Tatsächlich aber soll sie grossen Einfluss auf Pinochet haben und ihn zum Beispiel zum Putsch von 1973 gegen Salvador Allende gedrängt haben.

Presseberichten zufolge führte Pinochet Konten in den USA unter falschem Namen und verschob Gelder häufig von einem Konto zum anderen.

Der frühere Alleinherrscher soll nach Angaben des US-Senats während der vergangenen 25 Jahre auf 128 Konten in den USA und anderen Ländern etwa 17 Millionen Dollar gehabt haben. Pinochet habe sich dabei mindestens acht verschiedener Pässe mit falschen Namen bedient. Gegen ihn läuft in Chile ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung in Höhe von mindestens 9,9 Millionen Dollar.

Frühere Strafverfahren gegen Pinochet wegen Mordes und Entführung von Regimegegnern während der Militärdiktatur zwischen 1973 und 1990 waren wegen Verhandlungsunfähigkeit des 89-Jährigen eingestellt worden.

(fest/sda)


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