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Pius-Bruderschaft soll Judentum anerkennen

Dienstag, 27. Januar 2009 / 12:46 Uhr
aktualisiert: 23:09 Uhr

Freiburg - Die vier umstrittenen römisch-katholischen Bischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X. müssen nach Ansicht der Schweizer Bischöfe das Judentum glaubwürdig anerkennen. Andernfalls dürfe ihre Exkommunikation nicht gänzlich aufgehoben werden.

Bischof Kurt Koch, Präsident der Schweizerischen Bischofskonferenz.

Papst Benedikt XVI. hatte in einem am letzten Samstag veröffentlichten Dekret die Exkommunikation der vier Bischöfe aufgehoben. Gegen einen von ihnen, den Engländer Richard Williamson, wird jedoch wegen Leugnung des Holocaust ermittelt.

In einem Fernsehinterview hatte der Brite gesagt, historische Fakten sprächen gegen die Existenz von Gaskammern. Es seien nicht sechs Millionen Juden von den Nazis ermordet worden, sondern 200'000 bis 300'000 - aber keiner von ihnen in Gaskammern.

Ökumene und Dialog wurden abgelehnt

In einer schriftlichen Stellungnahme erklärte am Dienstag der Basler Bischof Kurt Koch, Präsident der Schweizerischen Bischofskonferenz, die Schweizer Bischöfe hätten von der Stellungnahme Bernard Fellays, des Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X., Kenntnis genommen. Fellay habe Williamsons Aussagen darin mit deutlichen Worten kritisiert.

Drei der vier vom Papst rehabilitierten Traditionalisten haben inzwischen in einem öffentlichen Brief an das Kirchenoberhaupt um Verzeihung für die Leugnung des Holocaust durch ihren Mitbruder Williamson gebeten. Die distanzierten sich in dem Schreiben an Benedikt XVI. von dessen Äusserungen. Auch Bernard Fellay unterzeichnete den Brief.

Schweizer Bischöfe entschuldigen sich

Die Schweizer Bischöfe fordern, dass alle vier Bischöfe versichern müssen, dass sie die Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Beziehungen der katholischen Kirche zu den nichtchristlichen Religionen und im besonderen zum Judentum «Nostra aetate» anerkennen würden.

Gleichzeitig entschuldigten sich die Schweizer Bischöfe bei der jüdischen Gemeinschaft in der Schweiz für Williamsons Äusserungen. Wer Benedikt XVI. kenne, wisse, dass er solche unhaltbaren Entgleisungen nie dulden könne.

(fest/sda)


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