UNGLÜCKSFÄLLE
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Präsident Kaczynski bei Flugzeugabsturz gestorben

Samstag, 10. April 2010 / 15:26 Uhr
aktualisiert: 17:55 Uhr

Smolensk - Beim Absturz des polnischen Präsidentenflugzeugs in Westrussland sind nach unterschiedlichen Angaben zwischen 87 und 130 Menschen ums Leben gekommen. An Bord der Unglücksmaschine befand sich auch Präsident Lech Kaczynski und seine Frau.

Erste Bilder des Flugzeugabsturzes am russischen Fernsehen.

Es habe keine Überlebenden gegeben, sagte der Gouverneur von Smolensk, Sergej Antufijew, im russischen Staatsfernsehen.

Eine Sprecher des Zivilschutzministeriums sprach von rund 130 Toten. Russische Nachrichtenagenturen hatten zuvor von 87 Toten berichtet.

Das Flugzeug vom Typ Tupolew Tu-154 war in Warschau gestartet. Die Maschine stürzte beim Landeanflug auf den Flughafen der Stadt Smolensk ab. Zum Zeitpunkt des Unglücks um 10.50 Uhr Ortszeit (8.50 MESZ) herrschte nach Angaben des Zivilschutzministeriums Nebel.

Unglücksursache noch unklar

«Das Flugzeug ging nach dem Absturz in Flammen auf», sagte ein Sprecher des polnischen Aussenministeriums in Warschau. «Rettungsteams versuchten, Passagiere aus der schwer beschädigten Maschine zu ziehen.» Die Unglücksursache war unklar.

Regierungschef Donald Tusk berief nach dem Unglück eine Sondersitzung seines Kabinetts ein. Ausser dem Präsidentenpaar kamen bei dem Absturz Vize-Parlamentschef Jerzy Szmajdzinski, Vize-Aussenminister Andrzej Kremer, Armeechef Franciszek Gagor, mehrere Parlamentarier sowie die engsten Mitarbeiter von Lech Kaczynski ums Leben.

Auch der Chef der polnischen Zentralbank, Slawomir Skrzypek, ist unter den Opfern. Gestorben sei die «Elite der Nation», sagte Ex-Präsident Lech Walesa.

Einwöchige Staatstrauer

Der polnische Parlamentspräsident Bronislas Komorowski hat eine einwöchige Staatstrauer angeordnet. «Es gibt heute keine Rechte und keine Linke, keine Differenzen», betonte der Parlamentschef, der nach der Verfassung die Geschäfte des Staatsoberhaupts übernommen hat.

Kaczynski war seit Dezember 2005 Präsident von Polen. Er wollte in Russland an einer Gedenkveranstaltung mit Familien der Opfer des Massakers von Katyn teilnehmen. Am Mittwoch hatten erstmals die Ministerpräsidenten beider Länder gemeinsam der Opfer von Katyn gedacht und sich als Zeichen der Versöhnung die Hand gereicht.

(sl/sda)


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